Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

folgende Konstruktion angegeben. Die Bremskeile haben die in Bl. 70, Fig. 5 stizzirte
Form a, ihnen vollständig entsprechend sind die mit dem Querbalken b des Fördergestelles
berbundenen Führungen ec, welche die Drahtleitungen AM, aufnehmen. Die Keile aa
sind mit dem kurzen Arme der Winkelhebel dd verbunden, an deren langem Arme die
Zwieselkette befestigt ist. So lange diese angezogen bleibt, werden die langen Arme der
Hebel in die Höhe gezogen, wobei indes der Aufzug durch die Stifte oe begrenzt ist;
sierdurch werden die Keile außerhalb der Seilführung ec gehalten. Sobald das Förderseil
zricht und die Zwieselkette schlaff wird, machen die Winkelhebel eine Drehung, sodaß die
Keile in die ihnen entsprechende Offnung der Leitungsführung eintreten können und die
Seilleitung anpressen, was dadurch unterstützt wird, daß mit den Winkelhebeln das Gewicht f—
berbunden ist, das nach dem Schlaffwerden der Zwieselkette thätig wird und das Anpressen
der Keile an die Seilleitung wirksam werden läßt, sodaß der Förderkorb festgestellt wird.
Der Solfrian'sche Fangapparat (Bl. 68, Fig. 9 u. 10) funktionirt in der Weise,
daß jedes der vier Führungsseile an zwei Stellen eingeknickt wird und der Korb in den
entstehenden acht Knicken hängen bleibt. Dies wird in folgender Weise ermöglicht. An
eder Seite des Förderkorbes befindet sich eine Platte P, die sich, mittelst zweier Schlitze a
geführt, durch die an den oberen und unteren Rahmen befestigten Stifte bb auf- und ab—
värts verschieben läßt. Beide Platten sind oben durch ein Querstück Qfest miteinander
erbunden. Die Endpunkte dieses Querstückes sind durch zwei Ketten Ktan das Förderseil
angeschlossen. An jeder der Platten P befinden sich die vier Stifte e; mittelst dieser Stifte
verden die vier Hebel d beim Niedergehen der Platten in der Weise um ihre an der
Förderschale befestigten Drehpunkte e bewegt, daß ein Einknicken der Führungsseile herbei—
geführt wird. Diese Knicke sind vollständig geeignet, das Gewicht der beladenen Schale zu
ragen und dieselbe vor dem Herabfallen zu schützen. Die Ketten Kusind so bemessen, daß
iie bei hängender Schale die Platten so weit nach oben ziehen, daß die Hebel d horizontal,
»eziehungsweise so stehen, daß beim Auf- und Abwärtsbewegen der Schale das Hebelmaul
uingehindert an den Führungsseilen auf- und abgleiten kann. Damit die Hebel auch beim
Aufsetzen der Schale diese horizontale Lage beibehalten, sind die Platten P unten mit einem
Rahmendk versehen, der sich gleichzeitig mit der Schale auf die Aufsatzvorrichtung auflegt.
Wenn nun ein Seilbruch eintritt, so werden die beiden Platten P durch vier sehr kräftige
Spiralfedern v mit beschleunigter Geschwindigkeit nach unten geschleudert. Hierdurch werden
die acht Hebel um ihre Drehpunkte bewegt und die Knickung der Führunggsseile herbeigeführt.
Damit die Platten P nicht nach oben zurückgeschleudert werden können, ist jede derselben
an ihrem oberen Teile mit zwei Zahnstangen versehen, in welche zwei Sperrklinken ein—
greifen, die durch eine horizontale Spiralfeder im Eingriff erhalten werden. Diese Sperr—
linken lassen sich vom Innern der Schale aus besichtigen und auslösen. Wie die Versuche
ergeben haben, sind die Einknickungen der Seile infolge der großen Abrundung durchaus
inschädlich. Die Seile strecken sich sofort wieder, wenn der Korb angehoben wird. Auch
»ewirken die Knicke kein plötzliches Festhalten des Korbes, wenn er belastet ist.
Alle Apparate sind dadurch nachteilig, daß sie die tote Last vermehren. Die Wirk—
ambkeit wird am ehesten eintreten, wenn der Seilbruch beim Aufgange des Gestelles erfolgt,
veil dann — wie schon oben erwähnt — dieses beim Niederfallen den toten Punkt passiren
nuß und hier das Greifen des Apparates am wirksamsten wird. Als gelöst ist die Auf—
zabe, den Seilbruch unschädlich zu machen, noch nicht zu betrachten; immerhin vermehren
die Fangapparate die Sicherheit, jedoch nur unter der Bedingung, daß man sich dadurch
nicht verleiten läßt, dem Zustande des Seiles und aller zur Förderung
dienenden Vorrichtungen geringere Aufmerksamkeit zu widmen. Auf den
            
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