Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

Förderseil befestigt ist. Zwischen der Platte F und der Hülse J liegt eine Spiralfeder N
»on 26 mm starkem Stahldraht. Wenn das Förderseil angezogen ist, wird die Feder
zusammengedrückt, dadurch werden die Hebel GG in Bewegung gesetzt und die Keile K
»ewegen sich nach unten, entfernen sich dadurch von der Leitung. Reißt das Seil, so springt
die gespannte Feder zurück und treibt mittelst der Hebel G06G die Keile Kean die Schacht—
eitungen an, sodaß der Förderkorb hängen bleibt.
Eine einfache Einrichtung besteht in den auf Blatt 70, Fig. J dargestellten Klauen—
gewichten. Diese sind an zwei Seiten des Förderkorbes — den Leitbaum zwischen sich
iehmend — je zwei bei à auf Bolzen aufgehängt, bei bgreifen in das Gewicht Ketten,
zie mit den Zwieselketten verbunden sind. Wenn diese angezogen sind, werden die Gewichte
zehoben und die Klauen von den Leitbäumen entfernt; zerreißt das Seil, so fallen die
sewichte und die beiden Klauen gegen die Leitung.
Ist das Gerippe vor Eintritt des Seilbruches im Aufsteigen begriffen, so befindet
es sich bei Beginn des Einschlagens der Fangvorrichtung einen Augenblick in Ruhe und die
draft, die im Maximum auf die Fangvorrichtung einwirkt, übersteigt nur um ein Geringes
das Gewicht des Fördergerippes mit allem, was mit ihm verbunden ist. Ist dagegen vor
kintritt des Seilbruches das Fördergerippe im Niedergehen begriffen, so besitzt dasselbe
eince seiner Geschwindigkeit entsprechende lebendige Kraft. Ist die Geschwindigkeit erheblich,
o treten bei momentanem Festklemmen der Fangvporrichtung durch den dadurch hervor—
zerufenen Stoß Kräfte auf, die nicht allein die etwa auf dem Gerippe befindlichen Personen
schwer zu verletzen oder gar zu töten vermögen, sondern es werden auch in den meisten
Fällen die in Anspruch genommenen Teile der Fangvorrichtung und des Gerippes, der
Leitbäume oder der Schachtzimmerung zertrümmert.
Den fallenden Korb nun allmählich zur Ruhe zu bringen, verfolgt die Blatt 70,
Fig. 2 und 3 stizzirte Vorrichtung von Sparre. Hiernach ist die Fangvorrichtung an
inem vom Fördergestelle unabhängigen Rahmen angebracht, der den Stoß des Fangens
iufnimmt, während der inzwischen mit verzögerter Geschwindigkeit weiterfallende Förderkorb
allmählich festgehalten wird, sodaß der Fangaparat bereits gewirkt hat, bevor das Fallmoment
»es Korbes sich äußern kann. Der Rahmen besteht aus einem eisernen Träger a, der aus
s-Eisen besteht und an den Enden mit schuhartigen, denen des Fördergestelles genau ent—
prechenden Leitungen ausläuft und mit diesen die Leitbäume h umfaßt. In der Mitte des
Trägers befindet sich eine Rundung, in welcher ein 2 bis 2,60 m langes, 13 em weites
chmiedeeisernes Rohr b mit angeschweißtem Boden befestigt ist. Dieser hat in der Mitte
in Loch und ist mit einem kurzen Ansatzstücke e versehen, an dem eine Stopfbüchse ange⸗
zracht ist. Durch die Stopfbüchse geht eine Kolbenstange d, an deren unterem Ende das
Fördergestell A hängt, während sie am oberen den Kolben é trägt, über welchem durch den
Ring fdie Verbindung mit dem Seile g hergestellt wird. Der Raum im Rohre ist mit
Luft und weichem Material angefüllt. Bei einem Seilbruche greift zunächst der Fang—
ipparat in die Leitbäume hb, während das Fördergestell noch um die ganze Länge der Kolben—
tange weiter fällt, dabei aber die unter dem Kolben befindliche Luft und das zusammen⸗
rückbare Material komprimirt und mit verzögerter Geschwindigkeit endlich festgehalten wird.
In neuerer Zeit ist Ingenieur Pelzer zu Dortmund eine hydraulische Fall—
»remse patentirt worden, die mit der eben beschriebenen Sparre'schen wohl einige Ähnlich⸗
eit besitzt. Auch hier ist ein besonderer eiserner Rahmen vorhanden, der an hölzernen
Leitbäumen seine Führung hat, an denen die mit dem Rahmen verbundene Excenter⸗Fang⸗
vorrichtung angreift. Die Verbindung zwischen Rahmen und Fördergerippe bilden die
Kolbenstangen k der hydraulischen Bremsen W (Bl. 71). Sobald das Förderseil, welches
            
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