Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

d. Fangvorrichtungen.

Fangvorrichtungen kommen vorzugsweise in saigeren und stark geneigten tonnlägigen
Schächten zur Anwendung und immer in Verbindung mit dem Fördergestelle oder doch mit
dem Rahmen zur Seilleitung. Die Ansprüche, die an eine zweckmäßige Fanavorrichtung
zu machen sind, lassen sich wie folgt zusammenfassen:
1) Die Vorrichtung muß für eine Fördergeschwindigkeit von 8 bis 9 mm in der Sekunde
und für die gegebene Belastung ausreichend stark konstruirt sein.
Sie muß sich der vorhandenen Schachtzimmerung anpassen und — wenn irgend
nöglich — die vorhandenen Leitbäume, die in der Regel aus Holz gefertigt sind,
zum Anklammern beim Seilbruche benutzen. Die Excenter, Keile, geschärften Hebel
oder die sonst zum Greifen bestimmten Teile müssen auf den Seitenflächen, nicht
auf den inneren Flächen der Leitbäume fassen.
Der Bewegungsmechanismus der Vorrichtung muß möglichst einfach hergestellt wer—
»en und gestatten, daß die an den zwei Seiten ein und desselben Leitbaumes ein—
zreifenden Fangapparate sich so weit verschieben, daß sie, wenn kein Leitbaum
»orhanden wäre, sich gegeneinander stemmen würden.
) Das Auffangen der Fördergefäße muß möglichst ohne Stoß erfolgen.
5) Die Vorrichtung muß durchaus selbstthätig wirken und darf nur durch Einölen in
Funktion gehalten werden müssen, einer anderen Wartung aber nicht bedürfen.
3) Sie darf bei gewöhnlichem Gange keiner Abnutzung unterworfen sein und deshalb
sind die Federn so anzuordnen, daß sie nur im Falle des Seilbruches in Thätigkeit
rreten, sonst aber keinerlei Belastung zu tragen haben.
Gummi und Kautschuk sind als elastisches Material, weil im Augenblicke der not—
vendigen Wirkung unzuverlässig, zu verwerfen.
)P Jedes Fördergestelle ist mit einem spitzgiebeligen Dache zu versehen, um das beim
Reißen niedergehende Seil zu tragen und von den im Korbe befindlichen Personen
abzuhalten.
Die Fangpvorrichtungen lassen sich nach ihren wirksamen Teilen in drei Klassen ein—

J

eilen:
Fangvorrichtungen 1) mit eingreifenden Hebeln, 2) mit Excentriks, 3) mit wirkenden
deilen.
Zu den Fangvorrichtungen mit eingreifenden Hebeln gehört die von Fontaine
Bl. 68, Fig. 1). Der Apparat besteht aus zwei um feste Punkte drehbaren Hebeln, die unten
nit Klauen versehen sind und beim Seilbruch mittelst zweier an den oberen Enden wirkender
Federn oder einer auf die Drehpunkte der Hebel wirkenden Spiralfeder, mit der die Klauen
in die Leitbäume eingeschlagen werden, wodurch das Hängebleiben des Gestelles bewirkt
vird. Äühnlich ist die auf Bl. 68, Fig. 2, dargestellte Einrichtung. Die Hebel aa befinden
sich beim Anhub des Förderseiles unter dem Druck der Federn bb, die beim Seilbruch
den Hebel um die Drehpunkte ffeso herumwerfen, daß die Klauen zum Eingreifen in die
Schachtleitungen gelangen. Außerdem ist ein Handhebel vorhanden, den einer der Fahrenden
bei der Fahrt in der Hand hält, um im Falle eines Seilbruches sofort eingreifen zu können.
Diese Arten von Fangvorrichtungen leiden an dem Mißstande, daß die Klauen an der
nneren Fläche der Leitbäume fafssen, was ein Herausdrücken derselben zur Folge haben kann.
Diese Nachteile bestehen nicht bei der Münzer'schen Fangvorrichtung (Bl. 69, Fig.1
»is 7). Die dreizähnigen Fänger 4 find, um Zapfen b drehbar, an den Enden eines
—förmigen Schlittens angebracht, der mittelst seiner beiden Jöcher c mit der Königs—
            
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