Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

Um die Bruchbelastungsfähigkeit einzelner Drähte zu untersuchen, hat man ein—
iache Vorrichtungen, die in zwei zangenartigen Befestigungen für die beiden Drahtenden
zestehen, von denen die eine z. B. an dem Boden befestigt, während die andere mit dem
urzen Arme eines Hebels verbunden ist, an dessen langem Arme die Belastungsgewichte
ingehängt werden. Um die Tragfähigkeit ganzer Seile zu ermitteln, hat man komplizirtere
Einrichtungen; die größte Schwierigkeit besteht hierbei darin, die Seilenden fest zu fassen.
Auf Grube Friedrichsthal wurde eine solche Zerreißmaschine durch eine hydraulische Presse
in Verbindung mit den Einspannvorrichtungen hergestellt (Bl. 63, Fig. J und 2). Mittelst
reiner neben der Presse stehenden Preßpumpe mit Hydraulikmanometer für 200 Atm. Druck
wird das Wasser durch das Preßrohr in den Preßchylinder gedrückt und hebt den Preß—
kolben sowie mit diesem ein Querhaupt, durch welches nach unten Zugstangen gehen, die
zurch ein zweites Querhaupt wieder verbunden werden. Zwischen dem letzteren und einer
Brücke am Fußgestelle werden die Seile eingehängt; hierzu dienen die Baumann'schen
Seilklemmen (Bl. 63, Fig. 3 bis 5). Drei konisch-keilförmige Teile, die ein um ein Seil—
tück gegossenes Futter aus harter Komposition enthalten, umschließen innig das Seil und
verden beim Hochgehen des Querhauptes mit zunehmender Belastung immer fester durch
zie sich konisch verjüngenden Offnungen des Querhauptes und der Brücke zusammengedrückt.

2. Ketten.
Bei Förderungen kommen Ketten ausschließlich wohl kaum noch vor, wohl aber als
Zwischenglieder. Man unterscheidet Gliederketten, welche die gewöhnliche Form haben
mnd Laschen oder Panzer-Ketten, die durch rechteckige Glieder gebildet werden.

c. Verbindung des Seiles mit dem Gestelle.

Die Verbindung des Seiles erfolgt durch Schurz- oder Zwiesel-Ketten, wobei
‚weckmäßig die Einschaltung eines Wirbels stattfindet, besonders bei Rundseilen und schwerer
Last. Für Drahtrundseile hat man folgende Verbindungen:
Blatt 55, Fig. 20. Eine konische Büchse wird über das Seilende gezogen, dessen
Drähte nach außen über die Büchse zurückgebogen werden; darüber wird eine zweite Büchie
gestülpt, die nach unten in einen Bügel zur Aufnahme der Zwieielketten ausläuft.
Fig. 21. Nachdem eine Büchse über das Seilende gezogen ist, wird dieses zu einem
znäuel aufgedreht und der Raum mit Zink vergossen; auch hier läuft die Büchie unten in
inen Bügel aus.
In Westfalen geht vielfach das Seil bald über eine Rolle oder einen Ring (Fig. 22),
ald in eine Büchse (Fig. 23), wobei das Seil entweder nur mit seinen Enden zurück—
gelegt und mit aufgezogenen Ringen befestigt, oder aufgedreht wird, während die Trähte
ungebogen werden; auch wird zur größeren Befestigung wohl noch ein Keil in die Büchsen
ingetrieben.
Auf den Schächten der Berginspektion Vzu Sulzbach sind sog. Handschuhe eingeführt,
iber die das Seil in einem größeren Bogen gewunden ist, in denen der Bügel des Förder—
gerippes zugleich seine Auflagerung hat und die dem Unterseile mittelst Wirbel zur Be—
festigung dienen (Bl. 64, Fig. 3, 4 u. 5). In neuester Zeit ist eine Verbesserung in der
Art eingeführt, daß über dem Bügel des Fördergerippes ein freier Raum bleibt und außer—⸗
dem in der Holzfütterung zwei Schlitze ausgespart sind, in welche sich, sobald das Gerippe
anf den Hängestützen aufsitzt, beim weiteren Niedergehen des Seiles die Leitungsschienen
des Gerippes einsetzen. Es wird dadurch die ganze Einrichtung beweglicher und gestattet
dem Seile eine größere Drehung, auch wird ein Stauchen des Seiles verhindert.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.