Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

Abnutzung des Seiles das Material noch wertvolle Verwendung findet. Auch sind sie vor
den Angriffen saurer Wasser geschützt.
Das Königliche Oberbergamt zu Dortmund hat sich veranlaßt gesehen, zur Verhütung
von Unglücksfällen, die durch Seilbrüche hervorgerufen wurden, eine Instruktion zur Ber ech—
nung der Tragfähigkeit der Förderseile zu erlassen. Die Verhütung von Unglücks—
ällen bei der Seilfahrt erfordert mindestens eine sechsfache Sicherheit bei der Förderung
der Bergwerksprodukte, worauf bei der Berechnung Rücksicht zu nehmen ist. In letzter
Zeit fordert genannte Behörde sogar eine zwölffache Sicherheit, wenn zur Ausgleichung des
Förderseiles ein Unterseil benutzt wird; außerdem darf die Belastung des Förderkorbes bei
er Seilfahrt nicht über 50040 derjenigen bei der Förderung der Bergwerksprodukte betragen.
Zur Berechnung der Tragfähigkeit der Eisendrahtseile dient die Formel:
P 7,331n d2,
n welcher P die geinchte Tragkraft bei sechsfacher Sicherheit in Kg, n die Anzahl und d
zen Durchmesser der Drähte in mun ausdrückt.

Für Aloeseile dient die Formel:
PS1IIOq

vorin P die Tragfäbigkeit, d den Querichnitt des Seiles in qem ausdrückt; da es aber
urcht möglich iit, den Querichnitt des Setles genau zu meisen, so kontroliert man das
refundene Reinltat durch eine Berechnung nach der Formel:
P9426,
vorin Sudas Gewicht eines lauienden Meters Seil in kg bedeutet, Geben beide Formeln
erichtedene Resultate, ie tjt das geringste als endaültig anzunehmen.
Für Hanfseile dient die Formel:
P 95 d,
in welcher d gleichialls den Querschnitt des Seiles in gem ausdrückt; auch hier benutzt
man zur Kontrole die Formel mit den früheren Bezeichnungen:
P 985,5 6.
Wenn die Hanffeile geteert sind, wodurch das Gewicht vermehrt, die Festigkeit aber
»ermindert wird, so ist in den Formeln für d zu setzen O.8Sd und für 6 — 0,84.
Für Gußsstahldrahtseile dient die Formel:
P-Iõn dsęe.
Die Bruchbelastungsfähigkeit des Gußsstahldrahtes wird in hiesiger Seilfabrik von
Beorg Heckel zu 115 «kg pro qmm angenommen, die des blanken weichen Stahldrahtes
zu 60 kg und die des blanken weichen Eisendrahtes zu 50 kg. Nach den daselbst gemachten
Erfahrungen eignet sich mittelweicher Tiegelgußstahl besonders zu den Seilen. Es wird
on ihm eine Dehnung bis zum Zerreißen von 1 bis 204, verlangt. Daneben soll er aber
uuch, ie nach der Drahtnummer, 4bis 6 rechtwinklige Biegungen um einen Dorn von d mm
Kadins für den itärkilen Nr. 11) und bis zu 14 bis 15 Biegungen für den —D——
Draht Nr. 18) aushalten. Rundieile aus gutem Holzkohleneisendraht siellen sich bis dahin
mnmer noch entichieden am billigsten. Man verlangt von dem Drahte und zwar von dem
lank-weichgezogenen, eine Bruchbelaftung von 50 kKg pro qmm, von dem etwas härteren
O bis 60 kg. Geglühte Drähte tragen etwa u,, weniger. Die Ausdehnung bis zum
Zerreißen soll bei blankem Drahte 1 bis 200 berragen, bei geglühtem 15 05. Die recht—
winkligen Biegungen um einen Dorn von 5 mi Radius werden auf 4 bis 5 (für die
Draht-Nr. 11) bis zu 12 bis 13 Nr. 19 festgestellt.
            
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