zu ersetzen. Sie sind billiger als Hanf- und Aloeseile und können für dieselbe Tragfähigkeit
ron geringerem Durchmesser sein. Eisendraht wendet man geglüht oder ungeglüht an;
zurch Glühen wird zwar die Tragfähigkeit vermindert, zugleich ader auch die Sprödigkeit,
odaß geglähte Drähte weniger leicht reißen. Runde Drahtseile bestehen aus 3 bis 6
Litzen, jede Litze aus 4 bis 8 Drähten; die Litzen erhalten häufig eine Hanfseele, jedenfalls
iber giebt man dem Seile eine solche, um die Litzen regelmäßiger sich aufwinden zu lassen.
Zur Herstellung von Bandseilen näht man die einzelnen Litzen mit Draht zusammen,
»der man führt Nieten durch die ganze Breite des Seiles, was jedoch wegen der entstehenden
steibung nicht zu billigen ist. Die Vorteile der Bandseile gegenüber den Rundseilen be—
tehen darin, daß sie wegen der geringeren Dicke einen kleineren Durchmesser der Seil—
cheiben gestatten, daß eine einfache Konstruktion der Seilkörbe, sog. Bobinen, an denen die
Seile sich übereinanderlegend auf- und abwickeln, möglich ist, das Seil in der Ebene der
dörbe und Seilscheiben bleibt und die Gewichte der herabhängenden Seilstücke infolge des
zurch das Auf- und Abwickeln sich stets ändernden Radius ohne besondere Korbkonstruktion
nehr oder weniger ausgeglichen werden. Die Stärke der Drähte ist wechselnd nach dem
Durchmesser der Seile, geringer bei geringerem Durchmesser; für große Lasten nimmt man
2 bis 3 mm starke Drähte. Die Seile aus Draht werden gegen das Rosten durch
Schmieren geschützt; die Schmiere wird aus Kolophonium, Talg und Leinöl zu gleichen
Teilen oder Steinkohlenteer, Holzteer und bestem Wagenfett hergestellt. Wenn diese Schmiere
rwärmt ist, wird das Seil langsam hindurchgezogen. Saure Wasser sind namentlich für
Fisendraht gefährlich vor deren Einwirkung man die Seile durch Galvanisieren schützt.
Drahtseile, vorzugsweise aus Eisendraht, reißen oft plötzlich ohne vorherige Anzeichen, was
vahrscheinlich mit Molekularbewegungen infolge der Stöße beim Anheben zusammenhängt;
dei Stahldraht ist dies weniger zu befürchten, jedenfalls bedingt dieser Umstand eine sorg—
ame überwachung des Seiles, wie auch der geringeren Biegsamkeit wegen die Drahtseile
zroße Durchmesser der Trommeln und Seilscheiben bedürfen. Die Drahtseile werden in
der Weise geflickt, daß man die gerissenen Stellen abhaut, demnächst die beiden Enden auf
ie Hälfte der Litzenzahl in einer Länge von 30 mm zerteilt und sie kreuzweise so über—
inanderlegt, daß die Teilungspunkte beider Enden 20 mm voneinander entfernt sind; nun—
nehr werden von jedem Seilende eine aufgedrehte Hälfte nach ihrem früheren Schrauben—
vinkel ineinander gedreht, sodaß auf die Länge von 20 m das Seil in der früheren Dicke
erscheint, während die beiden Enden, deren teilweise Zusammendrehung bewirkt ist, 10 m
iber die Verbindungsstelle, die unberührten beiden Seilenden aber 30 m hervorragen. Diese
etzteren werden ebenfalls auf 10 m abgehauen, alle 4 Enden aber in ihre einzelnen Litzen
ufgedreht und diese dann eine nach der anderen um das Seil gewickelt und in Zwischen—
äumen von 13,, bis 13,, mdrei- bis viermal durch das Seil gesteckt; die nach dem
etzten Durchstich verbleibenden Drahtenden werden umgebogen und mittelst eines Hammers
'est an das Seil geschlagen. Hierdurch erhält das Seil an den beiden Stellen, wo die
rste Teilung stattfand, Wülste, die aber der Haltbarkeit nicht besonders nachteilig sind.
Vor mehreren Jahren wurde von der Firma Felten u. Guilleaume zu Mül—
jeim a. Rhein begonnen, Drahtseile sogenannter Patent verschlossener Konstruktion herzustellen,
die auf einigen westfälischen Gruben zu dauerndem Gebrauche kamen (Bl. 63, Fig. 6 u. 7).
Die damit gemachten Erfahrungen sind folgende:
Gemäß ihrer Konstruktion sind Seile Patent verschlossener Konstruktion gegen gewöhn—
iche Seile
) bei gleichem Metallquerschnitt von geringerem Durchmesser, so daß eine gegebene
Trommel eine um 420/4, größere Länge von Patent verschlossener als von gewöhn——