Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

Während an den aus früherer Zeit stammenden Fördergerippen allgemein Fang—
vorrichtungen angebracht sind, die vorzugsweise in gezahnten Excentern bestehen, die bei
einem Seilbruche in die Leitungen eingreifen, besitzen die auf den neueren Schachtanlagen
eingebauten Förderkörbe keine derartigen Vorrichtungen mehr (Bl. 59 bis 62).

2. Für tonnlägige Schächte.
1) Besondere Schachtgefäße sind meist parallelepipedische Kasten, die mit Spurrollen
Aersehen sind und mit diesen zwischen Leitbäumen laufen. Die Kasten sind oben
jorizontal abgeschnitten, damit die Massen nicht herauslaufen können.
Wagen gehen direkt im Schachte, wenn die Neigung nicht zu groß ist, nötigenfalls
verden mehrere zu einem Zuge aneinandergereiht, wobei man durch Verbindungs⸗
etten, an denen jeder einzelne Wagen angeschlossen wird, zu erreichen sucht, daß die
etzten Wagen nicht mit ihrem ganzen Gewichte am ersten Haken hängen.
Die in flachen Schächten angewendeten Gestelle sind je nach der Neigung ähnlich
»enen in saigeren Schächten oder in Bremsbergen. Den Etagenkörben entsprechen
Bestelle, in denen die Wagen terassenförmig übereinander stehen, doch hat man deren
elten mehr als zwei, weil das An- und Abschlagen schwierig ist.

b. Verbindung der ZTast mit der KRlaschine.

Diese Verbindung erfolgt durch Seile, selten durch Ketten.

1. Seile.

Als Material zu den Seilen wird Hanf, Aloe, Eisen- und Gußstahl⸗Draht, in
neuerer Zeit auch Phosphorbronce benutzt. Der Form nach unterscheidet man runde und
flache Seile. Die gewöhnlichen runden Hanfseile werden angefertigt, indem man den
zehechelten Hanf zu Fäden oder Garn spinnt, daraus Schnüre oder Litzen dreht und diese
zum Seile zusammenfügt; 8 bis 10 Fäden bilden eine Litze, 3 bis 4 Litzen ein Seil;
starke Taue werden aus mehreren Seilen zusammengedreht. Vier- und mehrlitzige Seile
erhalten eine Hanfseele, damit eine gleichmäßig schraubenförmige Windung der Litzen eintritt.
Den Drehungswinkel nimmt man zu 30 bis 50 Grad. Runde Aloeseile kommen selten
»or; glatte Aloe- und Hanfseile sind gebräuchlich. Solche Bandseile bestehen aus
nehreren verschieden gedrehten Rundseilen, die zusammengenäht werden; sie haben den Vor—
zug, daß in ihnen die Torsion aufgehoben ist, daß sie größere Widerstandsfähigkeit und
zeringere Steifigkeit besitzen, als die Rundseile. Bis zu einem gewissen Grade findet bei
den Bandseilen eine Ausgleichung der Seillast statt, indem durch das Aufeinanderlegen der
Radius, an dem der beladene Förderkorb wirkt, während des Treibens größer wird, indessen
das Umgekehrte auf der Seite des leeren Förderkorbes stattfindet; sie sind nur anwendbar
»ei Seiltrommeln mit liegender Achse. Die Seile aus Pflanzenfasern müssen geteert
werden, für nasse Schächte schon in den Fäden; Hanf absorbiert 1700, Aloe 130/0 Teer
dem Gewichte nach. Durch das Teeren vermindert sich zwar die Tragkraft, die Dauer der
Seile aber steigt, ebenso verstärkt festeres Drehen die Dauer. Aloeseile wiegen bei gleichen
Dimensionen etwan!/ weniger als Hanfseile, haben aber ,, geringere Tragkraft. Aloe—
seile bieten eine große Sicherheit beim Betriebe, indem plötzliche Brüche des ganzen Seiles
bei einigermaßen guter Aufsicht fast nie vorkommen. Drahtseile sind eine deutsche Er—
iindung, die Anfang der dreißiger Jahre durch Oberbergrat Albert zu Clausthal gemacht
wurde, um die bei zunehmender Tiefe der Baue schwerer werdenden kostspieligen Treibketten
            
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