Fördermassen und bedeutendere Geschwindigkeit giebt man den Gestellen besser die Gestalt von
Berippen, die am besten aus Eisen oder Stahl allein konstruirt werden, wozu Winkeleisen
ind T-Eisen besonders geeignet ist. Bei einer Etage wählt man nach oben pyramidal ver—
aufende Form, die ganz zweckmäßig ist und dem Seil einen guten Angriffspunkt in der
Mitte gewährt, während bei den parallelepipedischen Etagenkörben das Seil meist mit vier
Schurzketten in den Ecken angreift. Die Gestelle sind nach beiden Seiten offen, wenn
»urchgeschoben wird, was auf Steinkohlengruben die Regel sein soll; alsdann ist aber ein
VGerschluß notwendig, der nur beim Abziehen und Wiederaufschieben der Wagen geöffnet
vird, während des Auf- und Niederganges aber geschlossen bleiben muß. Derselbe besteht
ꝛinfach in Fingern oder Hebeln, die an der einen Seite ein Scharnier haben, an der anderen
n eine Krampe eingelegt und behufs Offnens aufgerichtet oder nach vorn geöffnet werden.
Die Fördergestelle sind in mannigfachster Ausführung bekannt; hier mögen nur einige
Beschreibung finden.
Einen Förderkorb aus Stahl für zwei Wagen in einer Etage, wie er in den Eisen—
vahnschächten der Grube Altenwald benutzt wird, zeigt Bl. 57. Die einfache Detail—
onstruktion ist aus der Zeichnung ersichtlich. Das Gewicht beträgt 709 kg, die Gesammt—
osten sind rund 380 Mark.
Der stählerne Förderkorb auf Albertschacht der Grube Gerhard ist auf Bl. 56, Fig. 1
zis 6 dargestellt. Der Boden desselben besteht aus einem stählernen Rahmen a von
15 min Dicke und 110 mm Breite mit 5 Stück querlaufenden Winkelschienen b von 8 zu
10 mm Stärke und ist mit eisernen Flach- und Laufschienen überdeckt. Den oberen Teil
des Korbes bildet ein Rahmen aus Eisenblech von Tmm Stärke und 300 mm Breite,
der mit dem unteren Rahmen durch stählerne Winkelschienen d, von gleicher Stärke wie
ie Schienen b, fest verbunden ist. Die Winkelschienen d!u dienen zur Führung des Korbes,
ie Schienen dz zur Führung der Fangkeile e. Letztere sind konisch und auf der Seite
nach der Leitung mit Blei gefüttert. Ihre Bewegung geschieht mittelst des gabelförmigen,
in den Stützen Kdrehbaren Hebels g, der wieder durch die Scharnierteile hmit dem an
»er mittleren Kette hängenden Bolzen m in Verbindung steht. Das mittlere gußeiserne
Federgehäuse y, in welchem der Bolzen m beweglich ist, enthält zwei auf einander gelegte,
aus Flachstahl bestehende Spiralfedern und ist unten durch eine bewegliche Platte, an der
die Scharnierteile b angebracht sind, geschlossen. Auf jeder Seite des Korbes befindet sich
noch ein Federgehäuse aus schwachem Eisenblech, das unten durch eine festgenietete und oben
urch eine im Gehäuse sich auf und ab bewegende Platte geschlossen wird. Der durch⸗
zehende Bolzen e steht mit dem Hebel g in Verbindung. Wird die Kette angezogen, so
zeht die am Bolzen m befestigte Platte im Federgehäuse y in die Höhe und es werden
omit die Federn in demselben zusammengedrückt, ebenso die Federn in den äußern Ge—
Jäusen, welche durch die Drehung des Hebels g mittelst des Bolzens J nach unten gezogen
werden; ebenso gehen auch die Fangkeile e nach unten und somit auseinander, wodurch das
Fördergerippe in den Schachtleitungen lose wird. Reißt das Förderseil, so gehen die Federn
auseinander und drücken die konischen Fangkeile & an den schrägen Leitschienen de in die
Höhe, bis sie seitlich gegen die eisernen Leitungen gepreßt werden. Durch die hierbei ent—
tehende starke Reibung wird der Förderkorb sehr bald festgehalten. Letzterer hat am
»beren und unteren Rahmen angebrachte, aus gehärtetem Stahl bestehende Führungen s.
Der in Rede stehende Förderkorb für zwei Wagen in einer Etage wiegt, vollständig mit
Schutzdach, ohne Ketten, 1183 Kg, mit Ketten 1238 kg8, und hat einschließlich der letzteren
1225 Mark gekostet. Zur Führung des beschriebenen Förderkorbes sind Leitungen aus
⸗Eisen eingebaut, die auf Bl. 56, Fig. 5 und 6 dargestellt sind.