Wenn das Fördergestell eine größere Längen- als Breitenausdehnung hat, so sind
die Leitbäume in der Regel an den kurzen Stößen anzubringen, weil alsdann die Führung
eine sicherere ist, in welchem Falle die Leitung auf der Hängebank und in den Füll—
jrtern unterbrochen werden muß. In neuerer Zeit werden eiserne Leitungen häufiger
ingewendet, da sie nicht teurer, als Holzleitungen sind, längere Dauer als diese haben,
dieselbe Stabilität und die größte Raumersparnis im Schachte bieten. Eine solche ist
n Fig. 7, 8 und 9, Bl. öß skizzirt. Die Leitungen ksind an J-Einstrichen mit Winkeln w,
Trageisen J und Verschraubung festgeklemmt. In gemauerten Schächten kann man die
eiserne Schiene an Klötzen oder Ringen von Holz und an eisernen Haltern hb (Fig. 10 u. 11)
Bl. 55, befestigen, die in die Mauern eingelassen sind. Auf englischen Gruben hat man
uuf der ãußeren Langseite jedes Korbes zwei Schienen angebracht (Bl. 55, Fig. 12);
ieselben sitzen in gußeisernen Einstrichen, an welche Stühlchen für die Schienen ange—
jossen sind; an den Förderkörben sind Klauen angebracht, mit denen die Schienen um—
faßt werden. Zwischen beiden Körben ist ein freier Ruum von 8 em. Um die Körbe,
zie mit ihren Klauen fest an den Schienen sitzen, leicht auswechseln zu können, ist dicht
iber der Hängebank die Schienenleitung in einem der Korbhöhe entsprechenden Stücke
nit ihren Querträgern verschiebbar und kann durch die an den letzteren befindlichen
Schrauben mehrere Zentimeter seitlich geschoben werden, so daß der aus dem Schachte
ommende Förderkorb nunmehr frei hängt und herausgezogen, demnächst aber wieder
ingesetzt werden kann.
Einen Nachteil haben die eisernen Leitungen da, wo man Wert auf das Anbringen
don Fangvorrichtungen legt. Wie das dennoch zu ermöglichen ist, wird unten beschrieben
verden.
Ausgedehntere Anwendung finden Drahtseilleitungen namentlich in England. Nach—
reilig ist, daß ihnen vor allem die Stabilität mangelt und Fangvorrichtungen schwieriger
mzubringen sind. Man ist aber in Schächten, wo der hölzerne Ausbau fehlt, also
Einstriche zur Befestigung hölzerner Leitungen nicht vorhanden sind, und ferner da, wo
die Förderschächte zugleich Wetterschächte sind und das Ausziehen der Wetter durch
Wetteröfen bewirkt wird, auf ihre Anwendung angewiesen. Dagegen haben sie den
Vorteil, daß sie den Querschnitt der Schachtscheibe weniger verringern, daß daher der
Wetterstrom geringern Widerstand findet, und daß sie die Erschütterungen bei der
Förderung nicht auf die Schachtwände übertragen. Sie bedingen aber wegen der
Schwankungen der auf- und abgehenden Förderkörbe einen großen Zwischenraum zwischen
»eiden Trümmern, damit beim Begegnen nicht der eine unter den anderen faßt; sie üben
aachteiligen Einfluß auf die Stabilität des Fördergerüstes aus, falls sie an diesem
zefestigt find, sie erschweren die schnelle Förderung beim Vorhandensein von Mittel—
ohlen, erfordern eine sichere Befestigung des Förderwagens innerhalb des Förderkorbes
uind machen das Fahren der Belegschaft nicht ungefährlich. Die Seile erhalten eine
Stärke von 20—30 mm; ihre Abnutzung ist sehr gering. Die untere Befestigung erfolgt
in einem Holzrahmen, der unter der Anschlagssohle liegt und die entsprechenden Löcher
zur Durchführung genau an den erforderlichen Stellen erhält. Der Rahmen wird in
»en Schachtstößen festgekeilt, die durch die Löcher hindurchgeführten Seile werden mit
Klemmschrauben festgeschraubt; bei tieferen Schächten, wie z. B. im Lochwieser Wetter—
chachte der Grube Sulzbach-Altenwald, hat man auch die Seile unten mit Gewichten
von 1500 - 4000 Kg belastet (Bl. 55, Fig. 13). Die Zahl der Leitseile ist verschieden;
am sichersten nimmt man 4 für jeden Seilkorb in der nach Bl. 55, Fig. 14 angegebenen
Ordnung. Der Zwischenraum zwischen den beiden Leitungstrümmern schwankt zwischen
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