Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

zusgeschaltet sind, beziehungsweise die Widerstände ausgeschaltet werden, so lange die Bremse
noch angezogen ist, sind der Anlaß- und Umsteuerungsapparat sowie die Bremse derart mit—
rinander verbunden, daß die gesammte Bedienung des Motors durch einen einzigen Hebelh
erfolgt. Dieser Hebel wird in einem Bock i mit einer Aussparung s von der in Fig.7
dargestellten Form geführt. Befindet sich der Hebel in der Mittelstellung b, so ist der
Motor ausgeschaltet und die Bremse noch nicht angezogen. Soll der Haspel in Vor—
värtsgang gesetzt werden, so wird der Hebel aus Lage b in dem rechtsliegenden Schlitze
iach Lage a gebracht. Hierbei kuppelt derselbe einen zweiten Hebel, der zuerst die Um—
teuerung für Vorwärtsgang schließt und bei weiterer Vorwärtsbewegung die ersten von der
Hand zu bedienenden Widerftandsstufen ausschaltet. Sind diese ausgeschaltet, so tritt der
Centrifugalregulator in Thätigkeit und der Haspel kommt auf volle Fahrt. Soll gehalten
verden, so wird der Hebel von à über b enach c bewegt. In Lage b ist ausgeschaltet und
n Lagese ist die Bremse voll angezogen. Soll jetzt der Haspel in der anderen Richtung
aufen, so wiederholt sich derselbe Vorgang, nur daß der Hebel in dem andern Schlitze
Jeführt wird, wodurch die Umsteuerung für Rückwärtsgang eingeschaltet wird. Die vor—
eschriebene Anordnung ermöglicht demnach die Gesammtsteuerung des Haspels, also das
Anlassen, Abstellen, Umsteuern und Reguliren der Geschwindigkeit mit Hülfe eines einzigen
Hebels und sichert zugleich unabhängig vom Wärter die richtige Reihenfolge der Manipu—
ationen.
Außer der auf der Vorgelegewelle sitzenden, elektrisch bethätigten Bremse k sitzt noch
eine zweite Bremsscheibe J auf der Seilkorbwelle. Während die erstere, mit dem Steuer—
sebel verbundene, im gewöhnlichen Betriebe benutzt wird, soll die zweite für den Fall eines
Bruches in den Vorgelegen als Reserve dienen. Sie wird mittelst des Handhebels m an—
ezogen.
Vorstehend beschriebener Haspel gestattet gleichzeiiig das Senken von Lasten, wobei
nan entweder mechanische oder elektrische Bremsung anwenden kann.
Die Fig. 3 und 4, sowie 5 und 6, Bl. 54, zeigen zwei durch Drehstrommotoren an—
jetriebene Förderhaspel. Wie aus Fig.b6 ersichtlich, treibt der Drehstrommotor a mittelst
weier Zahnradvorgelege b und e die Seilkorbwelle d an. Die Steuerung des Haspels
rfolgt auf elektrischem Wege einfach mit Hülfe eines dreipoligen Umschalters, durch welchen
»on den drei Stromzuleitungen zwei in Bezug auf den Motor vertauscht werden, wodurch
ich dessen Drehrichtung ändert. Der Hebel dieses Umschalters ist derart mit der Bremse e
n Verbindung gebracht, daß erstens der Motor niemals eingeschaltet werden kann, so lange
ie Bremse noch angezogen ist, und zweitens die Bremse nur dann angezogen werden kann,
venn der Motor ausgeschaltet ist. Um den Motor vor Überlastung zu schützen, ist ein
deibungsgetriebe k in das Vorgelege eingeschaltet, das bei Überlastung gleitet.
Die Konstruktion Fig. 3 und 4 entspricht im wesentlichen der in Fig. 5 und 6; der
Motor ist jedoch seitlich angebaut; außerdem sind der Umsteuerungsapparat A und der
Steuerbock B enicht auf der Grundplatte montirt. Um ein Einstellen jeder Trommel für
ich zu ermöglichen, hat jede Trommel ihren besonderen Antrieb; die zugehörigen Getriebe
önnen durch Klauenkuppelung g ein- und ausgerückt werden.
Der auf Bl. 544 dargestellte elektrisch betriebene Förderhaspel steht auf einigen west—
älischen Gruben in Verwendung. Sie sind für eine stündliche Leistung von 15 bis 201t
Nutzlast bei 100mm Teufe und 1,5mn Seilgeschwindigkeit pro Sekunde konstruirt. Sie be—
tehen aus zwei Seiltrommeln von 11m Durchmesser und je 720 mm Breite, die durch ein
Zahnradvorgelege a-ai-b und ein Friktionswendegetriebe ec—ein von einem Drehstrommotor A
ingetrieben werden. Auf der mit dem Motor direkt gekuppelten Welle sind zwei Kegel—
            
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