Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

zegengesetzt und der Stoß des eintretenden Wassers gänzlich vermicden. Die doppelt ge—
rümmte, stetig verlaufende Form der Schaufeln ermöglicht es, daß der Austrittswinkel
aahezu parallel der Einströmung gemacht und ein guter Nutzeffekt erzielt wird.
Die Zuführung des Wassers erfolgt durch ein Stahlrohr a (Fig. 7) mit düsenförmigem
Mundstück b. Durch einen Regulirspindel e, die sich mit einer feinen Spitze in die Düse
einschieben läßt, wird der Wasserquerschnitt verringert. Wie aus den Fig. 1-7 hervorgeht,
sst die Aufstellung des Motors sehr einfach; es genügt hierzu ein Holzgerüst oder ein ein—
aches Fundament mit Ablaufrinne. Kleinere Motoren können vollständig zusammengesetzt
erladen werden, sodaß man dieselben am Orte ihrer Verwendung nur auf ein Fundament
zu setzen, mit einigen Schrauben zu befestigen und an die Wasserleitung anzuschließen braucht.
Das Anwendungsgebiet des Pelton-Motors ist weit größer als das jedes andern bisher
dekannten Turbinensystems; denn man kann diese Motoren schon für die kleinsten Wasser—
mengen und Leistungen anwenden, während sie ebenso für große Wassermengen und Druck—
jöhe geeignet sind.
Mit sehr gutem Erfolg werden die Pelton⸗Motoren in Bergwerken angewandt, wo
nan durch die Wasserhaltungsmaschinen große Wassermengen unter hohem Druck zur Ver—
ügung hat. Als geringste Druckhöhe, für welche er noch geeignet erscheint, ist eine solche
bon 18—20 m anzusehen. Je größer die Druckhöhe wird, desto günstiger gestalten sich die
Verhältnisse und desto besser wird der Nutzeffekt. Die obere Grenze des zulässigen Druckes
zestimmt sich durch die zulässige Umfangsgeschwindigkeit, mit der sich das Rad noch ohne
Befahr bewegen kann. In Amerika sind Pelton-Motoren mit 500 m Druckhöhe und
zarüber seit Jahren in ungestörtem Betrieb.
Durch praktische Versuche ist in vielen Fällen ein Nutzeffekt von 80—850/0 und
arüber festgestellt worden, für mittlere Verhältnisse werden 70—750/0 garantirt.
—DD Pelton-Motor auf Grube König An—
vendung gefunden. Die Umsteuerung erfolgt in sehr einfacher Weise dadurch, daß auf
zemeinschaftlicher Welle zwei Räder in entgegengesetzter Umlaufsrichtung montirt find, die
ibwechselnd arbeiten.
Zu den durch Elektrizität betriebenen Motoren gehören die Antriebscheiben von Ketten—
und Seilförderungen ohne Ende sowie die Haspel. Eine Kettenförderung aus einfallender
Ztrecke steht auf Flötz Beust der Grube Gerhard im Betriebe.
Das Flötz Beust ist über der gegenwärtigen Fördersohle, der V. Tiefbausohle, fast
janz abgebaut. Da die Lösung des Flötzes vom Förderschacht Josephaschacht) aus in den
tieferen Sohlen sehr lange Querschläge erfordert hätte (1120 m in der VI. und 1330 m
in der VII. Sohle), so entschied man sich, das Flötz durch eine von der V. Sohle niederzu—
ringende einfallende Strecke abzubauen und die beim Abbau fallenden Kohlen und nicht
zersetzten Berge in dieser einfallenden Strecke mittelst schwebender Kette nach der V. Sohle
zu heben, woselbst die Fördermassen durch Pferde zum Schachte gebracht werden. Da die
einfallende Strecke von der nächsten Tagesanlage 1400 m entfernt ist, so wurde elektrische
Abertragung der Betriebskraft als die wirtschaftlichste und in jeder Hinsicht leistungsfähigste
nerkannt und ausgeführt. Der Sohlenabstand von der V. bis VI. und VI. bis VII. Sohle
eträgt je 40 m, die flache Länge bei 105120 Flötzfallen je 220 m. Obwohl die Anlage
zur Grubenabteilung Gerhard (Josephaschacht) gehört, wurde die Primäranlage bei den
Biktoriaschächten errichtet, weil einerseits die Kesselanlage Josephaschacht voll ausgenutzt
war und anderseits im Felde der Abteilung Viktoriaschacht noch mehrere elektrische Antriebe
vorgesehen waren. Die auf Blatt 52 dargestellte Gleichstromprimäranlage bei den Viktoria⸗
chächten enthält zwei Verbunddynamos, die bei maximal 750 Minutenumdrehungen je
            
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