Full text : Erläuterungen zu "Der Bergbau in Skizzen"

und unteren Enden des Pfeilers ist in einem Abstande von 1 bis 2 mm vom Arbeitsstoße
je ein kräftiger Stempel zwischen dem Hangenden und Liegenden fest eingebühnt, zwischen
denen das Seil in der in Fig. 9 skizzirten Weise gespannt ist. Dieses trägt den nach dem
Stoße offenen Förderkasten, woran sich ein schwächeres Seil anschließt, das am oberen
Ende des Abbaustoßes über eine seitlich an einem Stempel befestigte Rolle e geführt ist
uind eine als Gegengewicht dienende Metallkugel e trägt. Die Kugel dreht sich in einem
igentümlich geformten Rahmen k frei um ihre Achse. In dieser Weise gehalten, kann sie
nit größter Leichtigkeit über das Liegende hinwegrollen, ohne durch die Unebenheiten des—
elben oder durch etwa darauf liegende Kohlen oder Gesteinsstücke behindert zu werden.
Ist das Gewicht der Kugel so bemessen, daß es etwa dem halben Gewichte des mit Kohlen
zefüllten Förderkastens gleichkommt, so wird sie bei der Abwärtsbewegung des letzteren durch
essen Übergewicht hinaufgezogen, während ihre eigene Schwere ausreicht, um den vorher
ntleerten Kasten wieder nach oben zu bringen.

O. Förderung aus einfallenden Strekken und Gesenken.

Aufwärts gehende Streckenförderung kommt in einfallenden Strecken aus Unterwerks—
bauen vor. Haben die Strecken ein steiles Einfallen, so geht die Förderung allmählich in
solche wie in Gesenken bezw. in die bei der Schachtförderung zu beschreibenden Methoden
über. Ist das Einfallen stärker als 200, so sind, wie bei Bremsbergen, Gestelle mit einem
oder mehreren Wagen anzuwenden; in letzterem Falle ist die Plattform treppenförmig.
Bei flacherem Einfallen laufen die Wagen entweder einzeln oder in Zügen direkt auf den
Schienen.
Für die Verwendung der Menschenkraft benutzt man Haspel, die nötigenfalls Vor—
gelege erhalten.
Pferde läßt man äbwärts schreiten, um die Last aufwärts zu ziehen, wobei das
Seil oben über eine Rolle geführt ist; wenn das Pferd unten angelangt ist, geht es leer
vieder hinauf, während der leere Wagen niedergebremst wird, wenn man ihn nicht dem
Pferde beimn Abwärtsschreiten am Sielzeuge vorgehängt hatte. Auf Grube Itzenplitz
tehen als Ersatz dieser Methode zwei Seile ohne Ende in Benutzung, die einerseits über
ine gemeinsame Triebscheibe, anderseits über je eine Spannscheibe, durch die sie straff
zehalten werden, laufen (Bl. 48, Fig. 1 bis 3). Das Förderseil liegt in der einfallenden
Strecke, das Zugseil in der zur Richtstrecke umgebauten Grundstrecke des Kolonieflötzes J
uuf der J. Tiefbausohle.
An dem Zugseile sind die Pferde mittelst der in Figur 3 dargestellten Zugvorrichtung
angespannt; die letztere hängt an einem Schlitten, der über eine am Seitenstoße angebrachte
Schiene läuft und verhindert, daß das Seil in seitlicher Richtung nachgiebt und gegen die
Pferde gedrückt wird. Die Pferde gehen in der Richtstrecke hin und her, bei jedem Gange
vird in einem der beiden Geleise der einfallenden Strecke ein beladener Wagen hochgezogen,
vährend gleichzeitig in dem andern ein leerer Wagen abwärts geht.
Die Betriebskosten dieser neuen Fördereinrichtung betragen nur die Hälfte der früheren.
Pferdegöpel sind unter Tage nur ausnahmsweise vorhanden. Auf Grube Friedrichs—
'hal war ein solcher zum Niederbringen einer einfallenden Strecke von 320 m Länge bei
30 Flötzfallen und zum Vortreiben der aus dieser Strecke in der tieferen Sohle aufzu—
ahrenden Grundstrecke eingerichtet (Bl. 49). Üüber der Grundstrecke A, in der Verlängerung
der einfallenden Strecke B, ist die Seiltrommel aufgestellt. Diese ist zweitrümmig, hat
100 min Durchmesser und läuft in zwei gußeisernen Lagern, die auf einem Eichenholz⸗
            
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