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Gensdarm zur Abgabe der bereit gehaltenen (ie! sie! sieh
Depeschen (an die Commandantur zu Saarlouis und den Regierungs⸗
praͤsidenten v. Wolff in Trier) nach St. Wendel zur Aufgabe an die
Station. Der Requisition Folge leistend, kam denn auch gegen Abend
die 8. Compagnie des 4. rheinischen Infanterieregiments Nr. 80 in.
der Stärke von 8 Officieren, 1Arzt und 90 Mann mit der Bahn
hier (der Bericht der „Köln. Ztg.“ ist von St. Wendel aus ge—
schrieben) an. Der commandirende Officier, Hauptmann v. Frag—
stein-Kiemsdorf Jvom Kreissecretär über die Lage unterrichtet,
marschirte um 624 Uhr mit der Compagnie nach Narpingen ab,
woselbst sie um 8 Uhr eintrafen.“
„Der dreimalige Trommelwirbel wurde von der Menschen
mafsse (der Hauptmann v. Fragstein schätzte die Anwesenden auf
8-4000) gar nicht beachtet, man sang vielmehr immer lauter:
Maria hilf, vernichte unsere Feinde“
„Nun ließ der Commandirende die Bajonnette auf die Ge—
wehre stecken und zwei Züge ausschwärmen. Es dauerte etwa
eine halhe Stunde, bis die Truppen die Massen auseinanderge⸗
trieben hatten. Ein Mann, der sich widersetzt 2) hatte, erhielt
einen Bajonnetstich in die Hüfte, ein anderer erlitt durch Kolben—
stoß einen Armbruch. Man ist dieser beiden Personen noch nicht
habhaft geworden“
Soweit aus dem Berichte der „Köln Ztg.“
Unwahr ist darin die Angabe über den Gesang der Pilger.
Es bedarf nur der Erinnerung, daß im ganzen Trier'schen Ge—
sangbuch, das in jener Gegend gebraucht wird, kein Lied mit
dem von dem Berichterstatter der „Köln. Ztg.“ angegebenen
Wortlaut existirt. Wenn derselben überhaupt etwas Wahres zu
Grunde liegen sollte, so dürfte wohl an das Tied gedacht werden:
„Sei gegrüßt, o Jungfrau rein“, worin die Stelle vorkommt;
„O Maria voll der Gnaden:
Hilf, daß uns kein Feind kann schaden!“
Zur Ergänzung jenes einseltigen, tendenziösen und mangel—
haften Berichtes mag hier zunachst ein Theil des von einem
Mitarheiter der „Köln. Volkszeitung“, Herrn Professor Scheben
in Köln, gelteferten Berichtes in Rr. 226 dieser Zeitung ge—
brachten Artikels über die GEreignisse von diesem Donnerstag
Abend seine Stelle finden.
„Der Bürgermeister Woytt in Gemeinschaft mit dem den
abwesenden Landrath vertretenden Kreissecretär Besser faßten
die Sache ganz anders an. Sie begaben sich ohne Weiteres am