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der Marpinger GEreignisse und deren allseitige Rechtfertigung in
F Ofutlichteit. und selbst zur Beschämung der Gegner darge—
oten hat.
In der Pfarrkirche des Dorfes verlangten an diesem Tage,
Mittwoch, den 12. Juli, Viele die hl. Sakramente. Der Pfarrer
kam deren Wünschen am Vormittag bis gegen 11 Uhr nach. Am
Nachmittage aber verweigerte er den Andächtigen die Möglichkeit
zur Ablegung der Beichte, um dem Verdachte zu entgehen, als
hegünstige er die Entwickelung und den Verlauf der andächtigen
Bewegung. Indessen hät man an behördlicher Stelle die volle
Unwahrheit eines derartigen Verdachtes später wohl auch, hin—
reichend eingesehen. Der Pfarrer trieb seine Enthaltung sogar
so weit, daß er bei seinen Pfarrkindern Gedanken der seltsamsten
Art exregte. Manchem mißtrauischen Blick begegnete er deshalb.
Er hatte die h. Stelle nur einmal bei Gelegenheit eines Kranken—
vpersehganges auf dem Rückwege angesehen, sonst war er vollständig
fern geblieben. An diesem Mittwoch Abend aber, als das Auge
vom hochgelegenen Pfarrhause über die vom prächtigen Silber—
glanze des Vollmondes überstrahlte Sommerlandschaft, über das
sülle Dorf hin nach dem jenseitigen Walde und der h. Stelle
hinschaute, über der gerade der Mond aufgegangen war und nun
in mäßiger Höhe stand — als das Ohr deutlich die aus wohl
4000fachem Munde kommende Antwort der Muttergotteslitanei:
„Vitte für uns!“ trotz der viertelstündigen Entfernung des Pfarr—
hauses von drüben vernehmen konnte und bald darauf der maje—
stätische Gesang:
„Wunderschön prächtige,
Hohe und mächtige,
Liebreich holdselige
Himmlische Frau!“
die Lüfte erfüllte: — da fühlte auch der frühere Kaplan von
Unser Lieben Frauen in Coblenz, der Pfarrer, von Marpingen
Maria Beuigna — der bis dahin noch nicht die geringste
religiöse Uebung aus Anlaß der begonnenen religiösen Bewegung
borgenommen, die nicht in seiner soustigen frommen Lebensord⸗
nung begründet war, — die letzte Widerstandskraft gegen die
Bethätigung seiner außerordentlichen Verehrung der hl. Gottes⸗
mutter auch bet diesem Anlaß und an der neuen Stelle gebrochen;
in feiner mäͤchtig ergriffenen Seele war der Entschluß gereift,
auch endlich einmal als der Letzte seiner ganzen Pfarrei an Ort
Ind Stelle die große Menge der Andächtigen zu besichtigen und