machte sie den weiten Weg — Immerath ist von Marpingen 20 Stunden weit
entfernt — zu Fuß hin und zurück.
Vorstehendes sind eidlich zu bekräftigen bereit:
Maria Anna Sartoris, die geheilte Frau.
Ehemann Jehann Joseph Sartoris. Peier Saͤrtoris. Mathis Kläs. Johann
J. Maas. Georg Karl Thull. Mathias Neroth. J. Römer.“
In der „Mayener Zeitung“ vom Anfang Mai liest man
folgende Erklärung:
Alles zur Ehre Gottes!
Wir unterzeichneten Eheleute fühlen uns zu folgender Erklärung ver—
anlaßt, um so mehr, da durch die Vorgünge auf der Gaismühle die Ereignisse
von Marpingen in ein ungünstiges Licht gestellt werden:
Unser Kind Elisabech hatte in Folge der Rötheln die Kraft zum Gehen
gänzlich verloren — die Beinchen waren Vsgnmengezegen und ohne jede Be⸗
wegung. Die Aerzte erklärten, daß das Kind zur Klinik nach Bonn gebracht
werden müsse, da sonst kein Mittel helfen könne man müsse sich aber trotzdem
auf Krücken gefaßt machen. Der Gedanke, unser Kind einer Operation zu
unterziehen, war uns zuwider und so empiahlen wir dasselbe der Mutter
Gottes und begannen die Waschungen mit Marpinger Wasser nebst der neun—
— — Beinchen und nach 9
Tagen und heute läuft das Kind wieder wie zuvor. Dies beseugt der Wihr⸗
heit gemäß nebst innigstem Dank an die allerheiligste Gottesmutter
Ettringen, 28. April 1877.
Joh. Schmitt, Elisabeth Schmitt geb. Bell.“
In dem zu Pader born erscheinenden „Westfälischen Volks—
blatt“ ist Anfangs Mai 1877 zu lesen:
„Oeffentliche Dauksagung.
Freudig bekenne ich hiermit vor aller Welt, daß mein 10jähriger Sohn
Franz, welcher seit sieben Juhren am Knochenfraß litt, nachdem alle ärzt—
liche Hilfe ohne Erfolg war und keine Hoffnung mehr blieb, daß er genesen
werde, einzig und allein durch die Fürbitte der yl. Maria bei Anwendung des
Wassers aus der Gnadenquelle zu Marpingen in kurzer Zeit geheilt wurde.
Dies erkläre ich hiermit im Gefühle des innigsten vankes gegen Gott und
seine jungfräuliche Mutter Maria und bin bereit, erforderlichen Falls meine
Aussage eidlich zu bekräftigen.
Paderborn, den 80. April 1877. Franz Schlüter, Schuhmstr.“
Anschließend an diese Heilungen mag hier ein Vorgang
erzählt werden, den der Verfasser lange gänzlich unberücksichtigt
lassen zu sollen glaubte, der aber in den weitesten Kreisen Ber
breitung gefunden hat. In den ersten Tagen der Erscheinungen
— genauer konnte die Zeit nicht ermittelt werden — mußte ein
Mann, der im Geruche weniger frommer Gesinnung steht, aus
der Nähe von Marpingen einen Wagen mit Holz vom Walde nach
seiner Fabrik überführen. Die Pferde sollen ganz gesund und
kräftig gewesen sein. Auf die Bemerkung eines Vorübergehenden,
ob die Last in Anbetracht der Wege nicht zu schwer sei, ant—
wortete der unfromme Mensch mit einem lästernden Spotte, daß