Full text : Die Erscheinungen in Marpingen

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versank dann in einen ungefähr 10 Minuten langen Zustand, der
den Umgebenden, als Ohnmacht erschien, in dem sie aber doch
immer die Vorgänge um sich her, wie z. B. das Anwaschen mit
Wasser zur Vertreibung der Ohnmacht bemerkte. Unmittelbar
nach diesem Zustande aber ging Frau Becker mit ihrem
Mannk noch anderthalb Stunden auf und ab bei' der
heiligen Gnadenstelle, was ste vorher unter keinen Um—
ständen zul eisten vermocht hätte. Auf der Rückfahrt fühlte
sie sich so stark, daß sie zu ihrem Manne äußerte: „Wenn wir
den Wagen nicht bei uns hätten, ich könnte auch zu Fuß nach
Hause gehen!“ Bei Ankunft zu Hause um ungefähr Ein Uhr des
Nachts sah die glücklich geheilte Mutter sofort nach hrem Kind,
welches sie beim Weggehen mit von Schmerzen geplagten und
von Krämpfen verzogenen Gliedern, mit der Furcht vor seinem
baldigen Tode zurückgelassen hatte. Sofort aber beim Anblick
der Mutter lächelte der Säugling ihr entgegen, war von allen
Schmerzen und Krämpfen, die er nach Aussage des Großvaters
bis zu diesem Augenblicke gehabt, befreit, und trank ruhig die
Mutterbrust, was er bis dahin kaum je gethan. Von dieser Zeit
an hefinden sich Mutter und Kind wohl, letzteres ganz, erftere
so, daß sie alle Arbeiten ihres häuslichen Berufes, ist solche,
zu denen sie seit zehn Jahren unfähig gewesen war, nunmehr
verrichten kann. Ihre früheren Krämpfe sind vollständig ausge—
blieben. Ein Rest der früheren Gliederkrankheit mag indeffen
noch zurückgeblieben oder wiedergekehrt sein. Der Arzt, welcher
die kranke Mutter wie auch das kranke Kind früher behandelt
hatte, ohne die eine oder das andere von ihren Leiden zu be—
freien, hörte später bei einem Besuche im Hause, zur Behandlung
eines anderen Kindes dieser Frau Becker, von deren Wiederher—
stellung und berief sich, in der Meinung, dieselbe sei durch An—
wendung des Gnadenwassers geschehen, auf den früher von ihm
ertheilten Rath zur Wasserkur. Die Frau aber hielt diesem ärzt—
lichen Erklärungsversuch gegenüber mit aller Bestimmtheit den
oben geschilderten Hergang ihrer und ihres Kindes Hetlung, ohne
Anwendung von Wasser, vor und sagte, daß sie durch die in
Marpingen erfolgte Heilung überhaupt erst befähigt worden sei,
mit dem Wasser wieder in Berührung zu treten, und daß sie
dann erst nach der Art der Andern allerdings auch das Gnaden—
wasser noch gebraucht habe. Diesen bestimmten Erklärungen
wußte der Arzt nun Nichts mehr zu entgegnen und bewerkstelligte
seinen Rückzug diesmal viel besser, als bezüglich der Heilung des
            
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