VIII.
Ve Gang der Ereignisse war indessen unaufhaltsam. Mit
Dienstag den 11. Jult beginnt der zweite Abschnitt der Ereig⸗
nisse in Marpingen. Nachmittags begaben sich die Kinder wieder
zum Walde, um nach ihrer Gewohnheit zu beten. Da zeigte
sich aber wieder die hl. Mutter den beiden Kindern, Mar—
garetha und Katharina, und bltieb stundenlang bis zum abend—
lichen Angelusläuten bei ihren Lieblingen. Sie versprach an
diesem Nachmittage, andern Tages in der Frühe wieder zu er—
scheinen. Die dret Kinder hatten für diesen folgenden Tag, Mitt
woch in der Frühe, ein Amt in der Pfarrkirche auf Veranlassung
ihrer Eltern bestellt. Darum fragten sie jetzi die Gottesmutter,
ob ste schon vor der hl. Messe kommen sollten, erhielten aber die
Weisung, erst in die hl. Messe zu gehen und dann zu kommen.
Dieser Dienstag Nachmittag ist noch durch Mehreres be—
sonders ausgezeichnet. An diesem Nachmittage zunächst kamen
ahlreichere und größere Pilgerzüge auf allen naäch Marpingen
—— Wegen an. Bei der heißen Witterung erlabten sah
die dürstenden Pilger an einem in dem Wiesengrunde befindlichen
Brununen, nicht zu verwechseln mit dem Marienborn in der Naͤhe
des Pfarrhauses. Vielleicht benutzten ste auch dieses Wasser noch
zu heilenden Zwecken. Da theilte nun die hl. Jungfrau durch
die Kinder mit, die Pilger sollten nicht an der unteren, sondern
an der obern Quelle im Walde Wasser schöpfen. Diefe Quelle
ist der oben beschriebene frühere Schwanborn, der jetzt Gnadeu—
brunnen henannt wird. Daß nunmiehr die Pilger das Wasser
dieses Schwanborns oder Gnadenbrunnens, wie man ihn in der
Folge mit Vorliebe nennt, jedem andern vorzogen, und wie dasselbe
auch zu Heilungen augewandt wurde, ist nach jener Aeußerung
der Gottesmutter erklaͤrlich und begreiflich. Manche behaupten,
durch den frommen Gebrauch dieses Wassers besser und heiler
geworden zu sein, worüber eine Reihe öffentlicher Zeugnisse ange—
führt werden.
An demselben Tage, den 11. Juli, hat sich mit dem Kinde
Jakob Dörr aus Humes Folgendes zugetragen. Diefer vier—