Full text : Die Erscheinungen in Marpingen

— 44 —

Sodann aber, weit entfernt Widersprüche zu begründen, treten sie
zu dem allen Zeugenaussagen gemeinsamen Hauptinhalt über die
Erscheinung exgänzend und verbollständigend hinzu. Gerade des—
halb läßt sich aber durch Zusammenfassung ünd Vereinigung
fämmtlicher Zeugenaussagen ein viel vollständigeres Bild“ von
der Gestalt, in welcher sich die hl. Jungfrau zeigen wollte, geben,
als es nach den Aussagen der unentwickelten Kleinen mögliqh ist.
Das Gesträuch, zwischen dem die hl. Jungfrau den Kindern
sichtbar zu werden pflegte, war von den Andächtigen aus frommer
Begierde, ein Andenken von dem geheiligten Orte zu haben, be—
reits zur Hälfte abgepflückt worden. Plötzlich aber im Augen⸗
hlicke des Heranschwebens der hl. Erscheinung von den vier Kiefer⸗
bäumen her wurde es den Zeugen unserer Schilderung nach frischem
Wuchs und nach grüner Farbe, weit schöner, hell und glänzender,
veit größer und breiter sichtbar, als es vor seiner Abpflückung
zewesen. Trotz der gänzlichen Windstille erblickten sie dasselbe
sich leicht hin und her bewegend, wie zur Begrüßung der heran⸗
schwebenden Himmelskhnigin, und ans Freude darüber, daß sie
von der umgebenden Natuͤr gerade ihm die. Ehre geschenkt habe,
bei ihm den Menschen ihre Anwesenheit zu offenbaren und ihre
Gnaden zu schenken und deren Huldigungen entgegenzunehmen.
Von jenen vier Kieferbäumen her schwebte die hl. Erschei—
nung in der, vollen Größe einer erwachsenen Jungfrau hervor,
auf dem linken Arme das göttliche Kind haltend, während die
andere Hand etwas erhoben war— Beider Antlitz war weiß glänzend,
hell und scharf ausgeprägt sichtbar. Die Augen der hl. Mutter
waren halbgeschlossen vor sich hinblickend. Die Ohren von der Seite
und vom Rücken gesehen, waren eb enfalls scharf ausgeprägt und
weiß. Das Hanpt war mit langwallendem, blondem · Haar ge⸗
schmückt, darüber eine glänzende Krone, deren oberer und unterer
Rand von Wellenlinien gebildet, und deren Mittelfläche von
nem Kranze viereckiger weißglänzender Sterne, dazwischen golden⸗
strahlende Figuren und Verzierungen ausgefüllt wurden. Ein
hellblauer Schleier umwalste bom Hinterhaupte etwas mehr über
die eine Schulter herabfallend den hl. Racken und dien chönge⸗
bauten Fuüße. Die Gewandung ließ die weißen Fuͤße der Il.
Mutter von vorne etwas sichtbar, während sie von den übrigen
Seiten auch diese vollstäudig bedeckten. Sie zeigte einen völlig
gleich⸗ und regelmäßigen Faltenwurf, dessen Limen und Bogen
von den Hüften abwärts etwa einen Fuß lang genauer unter⸗
schieden wurden, und dessen Schönheit · den Zeugen später den
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.