r
—
weisung der beiden andern Kinder, Margaretha und Katharina,
den Vorsatz gemacht, zwei unscheinbar gewöhnliche Gebete zu ver—
richten; — — und des andern Tages war es von seiner fünf—
undzwanzigwöchentlichen nach Aller Ansicht nur mit dem Tode
endenden Krankheit verlassen und geheilt. Irr- und Unglaube
steht vor dieser Thatsache rathlos ohne Erklärung: man möchte
sie am liebsten wegleugnen. Aber die Eltern des geheilten Kindes
wie auch dieses selbst mit allen denen, welche dasselbe kannten,
stehen ein für die Wahrheit und Wirklichkeit der hier beschriebe—
nen Krankheit, ihres Verlaufes und plötzlicher unerwarteter Heilung
und keine Untersuchung weder der Gerichts- noch der Verwaltungs
behörden konnten ihr Zeugniß angreifen oder bemängeln.
Diese Heilung ist in Wahrheit eine Thatsache, welche zu
der Möglichkeit der Wunder auch die Wirklichkeit hinzufügt, und
eine natürliche Erklärung nicht mehr zuläßfät.
Aber noch eine zweite Thatsache trug sich ungefähr um
dieselbe siebente Stunde am Abend desselben Donnerstags, 6. Juli,
im Walde bei Marpingen zu, welche erst später in weilern Kreisen
bekannt geworden ist, der man aber den CTharakter einer wunder⸗
haren, wenn auch nicht in allen Beziehungen so auffälligen Heilung
kaum wird bestreiten können. Katharina Brill, Ehefrau des Berg⸗
manns Andreas Klos, hatte auf Grund der Heiluug Rektenwalds
ehenfalls das Vertrauen zur Gottesmutter gefaßt, daß ihr über
vier Jahre altes Kind Theodor vielleicht noch gesund werden
könne. Das arme Kind litt bereits über sechgehn Nonate schreck⸗
liche Schmerzen im Rücken, Leib und Brust, lag in der letzten
Zeit beständig zu Bett und jammerte sehr heftig bei dem noth—
wendigen Anfassen der Arme unter den Schultern. Der Kopf
des Kindes lag seit Anfang der Krankheit ganz nach hinten ge—
zogen, so daß das Halsgenick gar nicht zu sehen war. Der Ober⸗
körper wurde im Verlgaufe äußerst maäger und abgezehrt. Zu
Anfang der Krankheit hatten die Eltern einen Arzt zu Rathe gFe—
zogen, nach dessen Aussage der Wirbelknochen abgesprungen sein
sollte. Die Krankheit war trotz viermaliger Bercihnng diefes
Arztes und Anwendung der verordneten Arzneimittel stets ge—
wachsen, und hatte die Eltern zur Aufgabe üͤrztlicher Hilfeleistung
schon über ein Jahr bestimmt. Um so mehr setzte die Mutter
ihr Vertrauen guf göttliche Hilfe, trug daͤher ihr Find an diefem
Abend des 6. Jult in den Walb und wurde dafelbst der An
rührung desselben an den Fuß der Gottesmutter theilhaftig. Die
auferlegten beiden Gebete verkichtete sie felbft für das Kind acht