Full text : Die Erscheinungen in Marpingen

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„Was der Herr Doktor ferner beha uptet, die dünnen Beine trügen auch
jetzt kaum den unverhältnißzmäßig dicken Leib, so bin ich mit ihm einverstan
den, wenn er sagt „die dünnen Beine“, denn ein 7a/jähriges Kind, das
25 Wochen auf den Tod krank gewesen und einem Gerippe glächt, kann doch
nicht gleich nach seiner wunderbaren Heilung Beine haben so dick und stark,
wie ein Wiesbaum. Wenn er aber sagt: die Beine trügen jetzt kaum den un⸗
verhältntnißmäßig dicken Leib, dann kommen wir wieder himer ein ander denn mein
Kind hat keinen unverhältnißmäßig dicken Leib (sondern dünnen), kann also auch
einen solchen nicht tragen, aber das kann ich und meine Frau und das ganze
Dorf bezeugen, daß das Kind verhältnißmäßig schwere Lasten Viehfutter jeßzt
und seit einigen Wochen nach Haufe trägt, die so schwer find und vielleicht noch
schwerer als sein unverhältnißmaßig dicker Leib, wenn es einen solchen hätte. Nuch
ist mein Kind schon bald nach seiner Heilung an den hiesigen, ziemlich steilen
Bergen mit Leichtigkett, ohne müde zu werden, nicht undedeutende Strecken
hinaufgestiegen. Ein in den Beinen so schwächliches Kind hätte das gewiß
nicht fertig gebracht; wenn es noch einen Theil der früheren Schwäche be—
sessen hätte.
„Nun hoffe ich, für heute dem Herrn Doktor genug gesagt zu haben,
damit er ein anderes Mal etwas vorsichtiger ist, denn wenn“ wiß auch arme
Landleute sind, so haben wir doch noch gesunden Verstand, Sinn für die Wahr—
heit und lassen uns nicht so leicht was vormachen. — Der gangen Welt sei
es aber Hier nochmal gesagt, daß meine Tochter Magdalena, nachdem sie vor⸗
her 25 Wochen so krank darniedergelegen, daß wir täglich ihren Tod erwar—
teten, durch Gottes Hilfe und den Beistand der Mutter Gotles hier in Mar—⸗
pingen an dem Orte der Erscheinung ihre Gesundheit wiedererhalten, wofür
ich und meine Frau dem lieben Gott und seiner hl. Mutter hier öffentlich
tausendfachen Dank sagen. Zur Bewahrheitung alles oben Gesagten unter?
schreibe ich hier und meine Frau.
Jakob Kirsch, Bergmann.
Magdalena Kirsch.“
In der That: Wer hat denn die Sense des Todtenengels
vom Haupte dieses selbst. von Vater und Mutter aufgegebenen,
vpom Ortspfarrer zur Reise in die Ewigkeit vorbereiteten Kindes
ferngehalten, zu dessen Sarg der benächbarte Schreiner jeden
Morgen beim ersten Anblick der Mutter den Auftrag erwartete?
Wer gab dem Kinde die Kraft, am folgenden Tage, den 7. Juli,
allein vom Lager sich zu erheben und allein sich auzukleiden, was
es seit 25 Wochen nie mehr vermocht hatte? Woher das Aus—
bleiben jeglichen Rückfalles in das früher tägliche Erbrechen und
den fast taͤglichen Blutverlust? Ein Arzt war, wie überhaupt,
nicht, so auch am Abend dieses 6. Juli nicht zu Rathe gezogen,
keine Arznei angewendet worden. Die Mutter hatte auf die
gläubigen Bitten ihres Kindes dieses an einen Ort getragen, wo
zwei Kinder die Gottesmutter zu sehen behaupteten, sie hatte im
— Hand bewo⸗
gen, wo weder sie noch das Kind oder sonst Jemand äußerlich
etwas Besonderes wahrnehmen konnte. Das Kind hatte nach An—
            
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