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am 15. Juli 1876 von dem Kreis-Physikus Herrn Dr. B.
gegen den Herrn Regierungs-Prästdenten von Trier gemacht
woörden. Als dieser Untersuchung nämlich zuerst in der weitern.
Oeffentlichkeit Erwähnung ges chah, glaubte der Herr Kreis⸗
Physikus, jedem Schein einer Bestätigung dieser Heilung durch thn
seinerseits Widerspruch entgegensetzen zu müssen. Daher sandte
er eine Entgegnung an die genannte Tageszeitung in Berlin.
Die Eltern des geheilten Kindes hielten diese Entgegnung einer
öffentlichen Zurückweisung ihrerfeits werth, und veröffentlichten in
Nr. 1885 desselben Berliner Blattes eine Erklärung, deren
kernige volksthümliche Sprache einen Beleg für die gesunde Ent⸗—
rüstung bietet, womit das Volk den Versuchen, die ihm erwiesenen.
Gnadenbeweise zu verdunkeln, entgegentritt.
Diese Erklärung lautet:
Marpingen, den 18. August.
„Als ich, Bergmann Jakob Kirsch, gestern Samstag aus der Grube, wo
ich die ganze Woche din, nach Marpingen zu meiner Familie zurückkehrte, da
wurde mir erzählt, ein Doktor hätte in die Zeitung einrücken lassen, meine
Tochter Magdalena habe einen dicken Kartoffelleib und die krummen Beine
trügen auch jetzt kaum den unverhältnißmäßig dicken Leib. Daß Gott erbarm!
Wenn ich äuch ein armer Bergmann bin und nicht studirt habe, wie der Dok—
tor, dann hofse ich aber, daß alle Diejenigen, die diesen meinen Brief lesen
werden, meine Aussagen sür die Wahrheit halten werden, denu ich sage hier
auf mein Gewissen aus und Gott ist mein Zeuge, daß ich nur der Wahrheit
Zeuguiß geben will! Wo soll denn der dicke Kartoffelleib meiner, Gott sei
tausendmal Dauk, wunderbar geheilten Tochter hergekommen sein? Glaubt
denn wirklich der Doktor, ein Kind, das 258 Wochen auf den Tod krank gewe—
sen, das so zu sagen alle, auch die lächtesten Speisen wieder ausgebrochen,
habe während dieser Zeit täglich dreis oder viermal eine Portion Kartoffelu
gegessen, um den dicken Kartoffelleib des Herrn Doktor zu bekommen? Nein,
nein, Herr Doktor, sie irren sich sehr und muß ich mich sehr darüber wundern,
daß Sie bei dem Herrn Regierungspräsidenten dieses Zeugniß über mein
Kind gegeben haben. Ich würde mich schämen, bei dem Herrn Regiernngs—
präsidenten so dummes Zeug zu schwäaͤtzen.
„Mein Kind hat während der 25 Wochen gar keine Kartoffeln geges—
sen, und wenn es vorher den dicken Kartoffelleib des Herrn Doktor, was nicht
der Fall war, gehabt hätte, dann mußte derselbe, das sieht jeder Mensch ein,
der nicht die Doktoret studirt hat, doch sicher während der Krankheit beige—
fallen sein! Wer mein Kind sieht, ist sofort überzeugt, daß es keinen dicken
Kartofselleib, sondern sogar einen ganz dünnen Leib besitzt. Alle Gelehrte so—
wohl, als auch Ungelehrte, die mein Kind gesehen, schütteln arg den Kopf,
daß ein Doktor noch solche Unwahrheiten sogar in die Zeitung rücken läßt.
Auch hat der Herr Doktor in Gegenwwart meiner Frau nichts zu dem Herrn
Regierungspräsidenten über einen Kartoffelleib des Kindes gesagt, sonst hätte
sie ihn sicher schnell anders belehrt und ihn von seiner falschen Ansicht be—
orte — Wised, — Zonngen nicht für Manches herhalten.
un ist, das sehe ich heute; nicht so ganz unrichtig sind die Worte:
Das ist gelogen, wie gedruckt. cht so ganz unrichtig sind die Vo