Full text : Die Erscheinungen in Marpingen

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Geschwister mag man sich denken. Zum Danke gingen sie noch
an diesem Abend an den ungefaͤhr 3 Minuten entfernten Marien—
born“ beten. Auf dem Hingange wurde das geheilte Kind noch
kine kleine Strecke getragen — die Mutter dielt die Heilung
immer noch für eine Täuschung — den Ruͤckweg aber legte es
ganz zu Fuß zurüuke.
Anm folgenden Tage, Samstag, stand die kleine Magdalena.
wiederum in Abwesenheit der Mutter, aber schon früh, ungefähr
um sieben Uhr auf, nahm ihr kleines Brüderchen, ein einjähriges
starkes Kind, und krug es dreimal durch die Siube, als die Mutter
eben eintrat. Damit wollte es die gemachten Aussagen der Ge—
schwister widerlegen, daß es nicht im Stande sei, dieses Brüder—
chen zu tragen. Am Abende dieses Samstages ging es dem von
der Bergmannsarbeit heimkehrenden Vater entgegen. Dieser war,
wie sonst, die ganze Woche aäbwesend gewesen. Er hatte sein Kind
todtkrank am letzten Montag verlassen. Nun es ihm geheilt und
gesund entgegeneilte, wurde er vor Erftaunen sprachlos, das Kind
umarmte ihn mit den Worten: „Lieber Vater, wie hat mich die
Mutter Gottes gesund gemacht!“ Freude und Dauk erfüllte sein
Herz bei der näheren Erzählung der wunderbaren Wiederherstellung.
Am nun folgenden Sonntag, den 9. Juli, ging das HKind
zweimal zum hl. Gnadenort allein hin und zurück, und ift seither
vollständig geheilt und gesund. Natürlich war es in Folge des
langen Darniederliegens und der langen Nufäͤhigkeit, Speise und
Trank zu vertragen, äußerst abgezehrté und mager und daher auch
nach dem plötzlichen Weggang der Krankheit nicht sofort ein starkes
und blühendes Kind. Es hat sich aber allmälig fehr gut erholt,
eine gesunde Farbe im Gesicht und Fleisch auf seinen abgezehrten
kleinen Körper angenommen. Es hät nie mehr seither geklagt,
nie mehr zu Bette gelegen, nie mehr Erbrechen, nie mehr Nasen—
bluten gehabt. Es besitzt keinen unverhältnißinäßig dicken oder
einen sogenannten Kartoffel-Leib. Das bestätigt Jedermann beim
Anblicke des geheilten glücklichen Kindes. Die westere interessante
Entwicklung zwischen dem erwähnten Arzt und den Eltern vrgl.
in der „Germ.“ v. J., Nro. 176 und Nro. 188. Später hat der
Arzt wegen angeblicher Beleidigung durch den offenen Brief der
Eltern in Nro. 185 der „Germania“ Antrag. auf Bestrafung ge⸗
stellt, ohne daß mehr als eine den Eltern günstige Untersugung
stattgefunden hätte. — .
Die erwähnte Bezeichnung „Kartoffelleibchen“ war nämlich bei
der ersten behördlichen Untersuchung der Heilung der Magdalene Kirsch
            
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