—R
Gottes gebracht zu werden. Es wiederholte diese Bitte den ganzen
Rachmittag über sehr oft und verrichtete, um deren Erhörung bei
der Mutter zu erlaugen, im Stillen eine Anzahl Vaterunser, so
groß war sein kindliches Verlangen und seine gläubige Zuversicht
auf die Hilfe der Gottesmutter. Zur Beruhigung des Kindes
sagte die Mutter wohl zu, war aber im Stillen der Ansicht, es
se eine Heilung in diesem Falle doch nicht gut möglich. Auch
dachte sie an den möglichen Spott der Leute darüber, wenn ie
ihr bereits halbtodtes Kind zum Gnadenort brächte, um dieses
noch heilen zu Lassen. Trotzdem aber hielt sie die Heilung durch
die Fuͤrbitte der hl. Jungfrau für möglich, ging gegen Abend
einmal an die hl. Stelle allein, ohne das Kind, um zu sehen
Nach Besichtiguig der versammelten frommen Menge faßte sie sich
selbst ein herzlicheß Vertrauen, eilte zurück in ihr Haus, umwickelte
das kranke Kind mit einem Tuch und trug es hinauf zur Gnaden⸗
stelle. Durch Vermittelung der Marienkinder wurde es zur An⸗
rührung des Fußes der, Erscheinung zugelassen, erhielt wie die
ührigen Kranken guch die Anweisung, durch acht Tage die heiden
kleinen Gebete: „Komm hl. Geist“ und „Untẽt deinen Schutz und
Schirm“ zu verxichten. Alsdann trug es die Mutter wieder nach—
Hairse, von der vorgenommenen Handlung mit ihrem Kinde ganz
erschreckt und ergriffen, im Hexzen aber die Freude über eine
etwaige Heilung erwägend. Nach der ersten Verrichtung der auferlegten
Gebete an diesem Ahend schlief das Kind die num fol—
gende Nacht ganz ruhig, während es sonst gewöhnlich wachend
auf seinem Lager saß. Am andern Morgen verrichtete es wieder
seine beiden Gebete, blieb aber zu Bette. Die Mutter ging früh
aus und kam ungefähr um elf Uhr wieder zurückck.
Inzwischen waren zwei größere Geschwister bei dern kranken
Kinde zurückgeblieben. Dieses aber; machte plötzlich Anstalten,
sein Lager zu verlassen. Die beiden Geschwister wolllen ihm dies
nicht gestatten, ließen es aber endlich doch geschehen. Das Kind
stand auf und kleidete sich dann ohne Hilfe allein und vollständig
an, was es in seiner Krankheit nie vermocht hätte. Dann er
ging es sich vor dem Hause bis zur Ankunft der Mutter. Als“
diese desselben vor dem Hause ansichtig geworden rief sie ihmen
entgegen: „Wo kommst Du her, und wie kannst Du aufstehen?“
Das Kind antwortete: Ich bin gesund.“ Den ganzen folgen⸗
den Tag blieb das geheilte Kind dußer dem Bette und erging
sich in und vor dem Hause, seiner Heilung und des Gebrauches
seiner Glieder sich erfreuend. Auch die Freude der Mutter unden