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frau durchzuckte ihn eine gewaltige Kraft: „Es war ihm, als
walle die Krankheit in ihm auf und nieder, als ziehe sie ihn nach
oben und nach unten, und dann als flösse sie wie eiskaltes Wasser
am Körper herunter. Von diesem Augenblicke betrachtete er sich
als geheilt und gesund. Von da an empfand er nicht mehr den
geringsten Schmerz. Fröhlich war er in der Hoffnung auf die
Hilfe durch Maria, das Heil der Kranken in den Wald ge—
mmen. Noch freudiger aber kehrte er später nach stattgehabter
Danksagung mit den Kebrigen nach dem Dorfe zurück. Er sowohl
wie sein frommes Weib vergossen reichliche Thränen dankbarer
und freudiger Ergriffenheit. Zum ersten Males eit langer, schwerer
Zeit konnte er sich wieder mit dem Bewußtsein, gesund zu sein,
zur Ruhe legen, zum ersten Male wieder am folgenden Morgen
als gesund vom Lager sich erheben.
War er denn wirklich geheilt? Blieb keine Spur der Krank—
heit zurück? Gibt es keinen Anhalt für den Kritiker, den Zweif—
ker, den Arzt, um diese Heilung zu bemängeln?
Am Donnerstag Morgen stand Rekkenwald als gesunder
Mensch von seinem Lager auf, frühstückte und erging sich dann
in der frischen Luft. Da fühlte ex noch ein leises Ziehen in den.
früher kranken Theilen, welches sich zuweilen beim Witterungs⸗
vechfel noch wiederholt, wie wohl bet allen rheumgtischen und
gichtischen Menschenkindern. Der Ansicht des nunmehr Geheilten
zemäß, mag noch ein Krankheitsrest in Brust, und Magen sitzen,
da er bei einer, seinem früheren Uebel ungünstigen Witterung
zuweilen dort eine leise Spannung wie von einer überliegenden
Haut empfindet; doch sind diese Empfindungen völlig schmerzlos
und behindern ihn nicht. Diese Aussagen, in Verbindung mit
dem nach der langen Krankheit eingetretenen schlechten Aussehen
Rektenwalds boten fpäter einem Arzte, welcher den Kranken früher
gar nicht gesehen noch behandelt hatte, die Veranlassung, zu er—
klären, daß das gastrische Fieber von ihm gewichen, der Rheuma⸗
tismus aber geblieben sei. Der andere Arzt, welcher den Kranken
in Behandlung gehabt, freute sich bei dessen bald, darauf zu Fuße
zurückgelegtem Nusgange von Marpingen nach St Wendel über
die Genesung und verschrieb demselben noch einmal Arznei.
Doch frage man denjenigen, der krank gewesen und gesund
—W— Verspottungen und
selbst angewandter Drohungen, deren er bald bei der am 8. und
9. August erfolgten Wiederaufnahme seiner frühern Bergmanns—
arbeit in der Grube ausgesetzt war und ist, erklärt er und hält