Full text : Die Erscheinungen in Marpingen

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Dienstag Nachmittags versucht, sich mit den Marienkindern zur
geheiligken Stelle mit Hilfe seines Stockes zu schleppen. Es war
m aber am Dienstag nicht gelungen, und hatte er ungefähr auf
der Haͤlfte des Weges umkehren müssen. An diesem Mittwoch
aber bon er wiederum alle Krafte auf und brachte es auch glücklich
bis zur Stelle. Der nun folgende Hergang verlief wie bei den
Erscheinungen des vorhergehenden Tages. Man knieete zum Gebet
nieder, die h. Jungfrau geruhte zweien ihrer Lieblinge sichtbar zu
werdin, schließlich brach man zur Heimkehr auf, die sündenlos
Empfangene begleitete wiederum die Kinder. Nur dadurch unter⸗
scheiden sich die diesmaligen Aussagen der Kinder, daß die Gottes
Mutter mitgetheilt hatte, sie werde nun noch am folgenden
Tage, Donnerstag den 6. Juli, erscheinen.
hluf dem Heimwege nahm der Vater Hubertus und der Berg—
mann Rikolaus Rektenwald eine strenge Prüfung mit den Kindern
namentlich darüber vor, daß die göttliche Mutter mitfolge. Sie
trennten die beiden Kinder Kathaxina und Margaretha ungefähr
zwanzig Schritte von einander, kehrten sie um, bedeckten je einem
die Augen und ließen von dem andern die Stelle der h. Er⸗
fcheinung bezeichnen. Die Angaben der Kinder blieben bei den
oft und an verschiedenen Stellen des Rückwegs wiederholten Proben
in vollstaͤndiger Uebereinstimmung. Endlich am Hause des Dörn⸗
baächer bei einem dort neben dem Wege befindlichen größeren
Steine *) angekommen, genau an der Stelle, wo am Abend vorher
die h. Erfcheinung verschwunden war, sprachen auch diesmal die
Kinder die Worte: „Nun ist sie fort!“
Man begab sich nach Hause, die Uebrigen an ihre Arbeiten,
die Kinder in die Schule. Der kranke Bergmann Nikolaus
Rektenwald aber mußle sich vor Ermüdung von dem nur wenige
Minuten langen Rüdwege sofort wieder zu Bette legen.
Der Bericht des Vaters Hubertus und der Uebrigen machte
natürlich mehr Leute aufmerksam, als die früheren GExrzählungen
felbst der am vorhergehenden Dienstag Abend anwesenden er⸗
wachsenen Personen. Hatte man früher alle Angaben mit leichtem
und ungläubigem Sinn aufgenommen und besprochen, so erregten
fie nunmehr aͤuch unter dem ernsteren und s chwieriger beweglichen
Theile der Einwohnerschaft Marpingens Aufsehen und Beachtung.
Man fand die Bexichte einer näheren und weiteren Prüfung und
nlersuchung werth. Man beschloß, am nämlichen Abend dieselbe

*) Dieser Stein wurde später von der Familie Dörnbächer ins Haus
gebracht und wird dort als Andenken aufbewahrt.

—ZV
            
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