so wie er es in den übrigens ganz resultatlosen Nachforschungen
nach etwa vom Herrn Pastor selbst geschauten Erscheinungen ver—
nommen hat.
Im Herbste 1871, einige Monate nach der durch die Pflege
der Schwester erlangten und von ihr gleichsam mit ihrem eige—
nen Leben bezahlten Wiederherstellung unternahm Herr Pastor
Neureuter eine Reise nach einem entfernten Kloster am Rhein,
um dort einige Tage in der Zurückgezogenheit heiligen Uebungen
obzuliegen. Bei seiner Rückkunft fragte ihn eine Frau aus seinem
Pfarrdorfe höchst verwundert nach der schönen weißgekleideten
Gestalt mit dem in ungewöhnlicher Stellung beftndlichen Kranze
auf dem Haupte, welche ihn bei seiner Abreise von Marpingen
einige Schritte hinter ihm folgend begleitet habe. Der Herr
Pfarrer war sich nicht bewußt, begleitet worden zu sein.
Die nähere Angabe der Frau über die Haltung des Kranzes
erinnerte ihn an den Moment, da er, aller Hilfe baar, den Leich—
nam seiner frommen Schwester in den Sarg hatte legen müssen.
Hiebei erhielt der Kranz eine ungewöhnliche, verschobene Stellung
auf dem Haupte der Dahingeschiedenen, welchem Umstande der
Bruder in seinem Schmerze kaum weitere Beachtung schenkte,
ihn auch nicht beseitigte. Der Pfarrer legte der fragenden Frau
Stillschweigen über ihre Angabe auf.
Schließlich muß hier die Beobachtung hervorgehoben werden,
daß in der ganzen Ordnung der Erscheinungen zu Marpingen
dem Herrn Pfarrer Neureuler durchaus keine thätige, sondern
nur eine leidende Stellung und Antheilnahme zugewiesen ist. Es
kann in der That als eine Fügung der Vorsehung betrachtet wer—
den, daß ein so ruhiger und besonnener Pfarrer zur Zeit der
unter so schwierigen Zeitverhältnissen eingetretenen Erscheinungen
in der begnadeten Pfarrei die Seelsorge verwaltet. Die geringste
Unvorsichtigkeit würde als Anzeichen der Schuld in der auf Betrug
gestellten Anklage dargestellt werden. Die höhere Vorsehung er—
streckte sich aber noch weiter. Sie hat es gefügt, daß der Herr
Pfarrer Neureuter bei Beginn der Erscheinungen am 3. Juli auf
einer Reise abwesend war und er erst am Abend des dritten
Tages bei seiner Rückkehr am 5. Juli die erste Kunde von den
neuen Exreignissen erhielt. Die von Pfarrangehörigen nach einer
Rückkehr in's Dorf durch die betreffenden Kinder an die Erschein—
ung gestellte Frage, ob er oder sein mit angekommener geistlicher
Freund zur Stelle gerufen werden sollten, wird zudem verneint.
Auch wird ihm späler kundgethan, näheren Umgang und beobach—