Full text : Die Erscheinungen in Marpingen

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Uebrigen wurden zum Eintritt dringend ermahnt, aber nicht
strenge verpflichtet.. Trotzdem aber trat die ganze Pfarrei in
dieselbe ein. Es hat sich der schöne Brauch ausgebildet, daß
mit der ersten hl. Communion stets die Aufnahme in die Bruder—
schaft verbunden ist. I ———
Mit Einführung dieser Bruderschaft tritt das geistige Leben
der Pfarrei Marpingen in eine neue Epoche. Während vor 1847
in der Zeit des geistigen und materiellen Verfalles Zank und
Streit, Unfriede und Prozeßsucht, nächtliches Wirthshaussitzen
mit Spiel, Trunk und Unfug aller Art an der Tagesordnung
waren, zeigte sich bald eine merkliche Besserung, die in stetigem
Fortschritte zugenommen hat.*) Gegenwärtig herrscht in der
Einwohnerschaft Marpingens ein friedlicher, gefälliger, nüchterner
und fleißiger Sinn voll tadelloser Kirchlichkeit und strenger Loyha⸗
lität, welche der Gemeinde das Lob und die Anerkennung wie
der ganzen Umgegend so auch der kirchlichen und staatlichen Be—
hörden bis in das letzte Jahr in vollstem Maaße eingetragen
haben. Diese vortheilhaften Eigenschaften der Einwohner von
Marpingen haben sich in höchstem Grade in den Bedrängnissen
bewährt, welche seit dem Beginn der Gnadenereignisse am 8. Juli
1876 in den der Gemeinde gehörigen so beruͤhmt gewordenen
Walddistrikten Härtelwald und Schwanheck unaufhörlich
einander gefolgt sind.
Diese Waldungen. sind. südöstlich vom Dorfe in einer Ent—
fernung von 5 Minuten gelegen. Dieselben füllen den Abhang
eines mäßig großen aber ziemlich steilen Berges, dessen Fuß
von einem Wiesengrunde umgrenzt ist, und in dessen Bereich
manche kleinere und größere Schluchten sich finden. Beim
Eingang iñ den Härtelwald von der Seite des Dorfes durch
den bezeichneten Wiesengrund findet sich einiges Busch- und
Strauchwerk. Ringsum nisten die Vögel in großer Zahl, wachsen
Gräser und wilde Blumen, untermischt mit Erd und Heidelbeer—
Pflanzen (Wälen in dortiger Gegend genannt). Hier ist der
Ort der Erscheinung. Von ihm fuͤhrt zwischen Busch und Baum
ein sehr schön romantischer Weg hinauf nach der vielgenannten
Gnadenquelle in der Schwanheck. Der Ausfluß derselben steigt in
einer nicht zu großen Rinne oder einem Bett in das Thal herab.
Es mag hier noch, um Mißverständnisse zu vermeiden, ausdrücklich
erwähnt werden, daß jene Quelle nicht neu entstanden ist,

*) Vorstehendes ist sämmtlich aus dem Pfarrarchiv von Marpingen
entnommen.
            
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