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Aär
Es kommt gebeugt von Kummerlast
Von nah und ferne mancher Gast.
Er trinkt — da wird sein Auge hell:
Heil trank er im Marienquell.
O Born und Bild der Jungfrau rein
Ihr sollt uns allzeit heilig sein,
Euch hat die holde Himmelsbraut
Zur treuen Hut uns anvertraut.
Was immer drückt und preßt das Herz
Ob Krankheitsqual, ob Seelenschmerz,
Am Born und Bild Maria Dein
Vertraulich solls geklaget sein.
Maria, Unsere Liebe Frau,
Vom Himmel auf uns niederschau!
Erflehe uns bei Deinem Sohn
Hier Gnadentrost, dort Himmelslohn!
Stärker noch als in der erzählten Sage gibt sich die zu
Marpingen besonders gehegte Verehrung der Gotlesmutter kund
in der Thatsache, daß die ganze Gemeinde Marpingen im
Jahre 1699, als eine große Sterblichkeit dort aufgetreten war,
zur Erlangung der Fürbitte der Gottesmutter in diefer Roth
das Gelübde hat, jeden Samstag vom Mittag-Angelus an nach
Art der Sonn⸗- und Festtage zu feiern, keine knechtischen Arbeiten
zu verrichten und gemeinschaftlich in der Kirche den Rosenkranz
zu beten. Die Haltung dieses Gelübdes war durch die französische
Rebolution und die folgende Besetzung des Landes ziemlich ge⸗
lockert und außer Uebung gekommen. Als im Jahre 1814 näch
Abzug der Franzosen das Nervenfieber epidemisch aufgetreten
war, erneuerte die Gemeinde wieder das von den Voreltern im
Jahre 1699 gemachte Gelübde in der alten Strenge Die
Urkunden, sowohl über die erste Ablegung, sowie auch über die
Erneuerung sind noch vorhanden. Im Laufe der Jahre aber,
namentlich von 1830—1840, geriech das Dorf Marpingen in
materiellen und in geistigen Verfall; damit kam auch die strenge
Einhaltung jenes Gelübdes wieder mehr und mehr außer Uebung.
In Ansehung der veränderten Zeitverhältnisse entband daher im
Jahre 1847 der hochselige Bischo von Trier, Wil heln Arnoldi,
auf Antrag des Pfarrers, die ganze Gemeinde von jenem Gelübde.
Zum Ersatz aber verpflichtete er diejenigen Pfarrangehörigen,
welche 1814 an der Erneuerung persönlich Antheil genommen
hatten, in die sofort vom Pfarrer zu errichtende Bruderschaft
vom heiligen und unbefleckten Hetzen Mariae einzuwelen. Die
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