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Im Laufe der Zeit hatten das Heiligenhäuschen wie auch
das Marienbild manche Beschädigungen und Verunstaltungen er—
litten. Ersteres war bis zum Jahre 1846 so baufällig geworden,
daß es durch den Anstoß eines vorüberfahrenden Wagens zu—
sammenfiel. Das Marienbild wurde in die Kirche des Dorfes
übertragen und durch eee Beiträge restaurirt. Die Wieder—
herstellung des Heiligenhäuschens in der früheren Form hielt
nan aber für unthuünlich. Dafür wurde mit Erlaubniß der
bischöflichen Behörde von Trier neben dem Marienborn eine Ehren⸗
säule exrichtet, deren Krone das alte Marienbild nunmehr wieder
schmückt. Ringsum pflanzte der damalige Pfarrer als „lebendige
Kapelle, wie ex sich ausdrückte, eine Vaumanlage in Kapellen⸗
form, da es ihm nicht vergönnt war, eine solche von Stein zu
exrichten. Die ganze mit dem Marienbild und Marienborn ver—
knüpfte örtliche Sage findet sich in einem schönen Liede zusammen—
getragen, welches derselbe Pfarrer zur Einweihungsfeier der
Mariensäule verfaßte. Dasselbe lautef mit einigen von kundiger
Hand schon vor Jahren angebrachten formellen Aenderungen also:
1) Dort in der stillen Wiesenau
Ein Born ist unserer Lieben Frau,
Der Marienborn er ist genannt,
Von alten Zeiten schon bekannt.
Ein Sumpf und Bruch war einst der Born,
Zum heil'gen Ort ward er erkor'n;
Einst fand man dort ein schönes Bild
Der Gottesmutter lieb und mild.
3) Und wo das Bild gefunden war,
Ein Quell entsprang gar hell und klar;
Der Quell ein heilsam Wasser ist,
Ein' Labung dem, der's fromm genießt.
Und ob dem Borne ward erbaut
Ein Ehrenmal, von diesem schaut
Das Bild der Gottesmutter rein,
Die hier will angerufen sein.
Marien born, Du heil'ger Ort,
Du auserkorner Gnadenhort,
Dein Wasser ist ein Segensthau,
Gewährt von uns'rer Lieben Frau.
Marien bild uns lieb und werth,
Was fromm das Herz von Dir begehrt,
Erfleht ihm stets mit mildem Sinn
Von Goit die Himmelskönigin.