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Margarethe: „Wißt Ihr was Kinder, wir wollen sagen, wir haben
die Muttergottes gesehen.“
Susanne: „Wir wissen aber nicht, wie sie aussieht.“
Margarethe: „Das will ich Eüch sagen: Ihr sagt, sie habe dicht vor
uns gestanden, die Augen niedergeschlagen, und mit einem Schleier über
die Stirn, den einen Fuß vorgestreckt u. s. w. und jetzt beschreibi das Kind
seinen beiden Genossinnen die Erscheinung nach der Mariastatue, welche
säch auf dem Grabe der Pfarrerschwester befindet. „Und dann sagt
Ihr“, so schließt Gretchen ihre Instruktionen, „die Heilige habe zu uns gesagt:
„„Ich bin die unbefleckt Empfangene ꝛc.““
Die protokollarischen Akten lassen keinen Zweifel über die Richtigkeit
dieser Angaben auskommen. Jedes Kind hat beim Einzelverhör aus sich felbst
heraus das oben Mitgetheilte ausgesagt und kein Widerspruch stört die voll—
kommene Uebereinstimmung der Eingeständnisse.
Man braucht nur an den Umstand zu erinnern, daß die
Kinder die hl. Erscheinung in der ersten Zeit stets sitzend ge—
sehen zu haben behaupten, um den Widerspruch dieser Berichte
über die Einzelverhöre mit den Aussagen der Kinder darzuthun.
Gleichzeitig aber set hiemtt auf die Bedeutung hingewiesen, welche
man dem Grabdenkmal der verstorbenen Schwester des Herrn
Pfarrers schenkte und warum der Herr Geheimpolizist dasselbe
nach der Ordnung der Vorsehung mit in feine Untersuchungen
zog. Durch ihn zum ersten Male wurde daher die Aufmerksam—
keit der Berichterstatter aguf die fromme Schwester gelenkt, auf
deren Grab allerdings die Kinder die Erscheinung un Verlaufe
auch gesehen haben und neben deren Grab der am 7. August
geschaute Leichenzug sich hinbewegt hatte.
.Der Verfasser des Gegenwaͤrtigen seinerseits kann bezeugen,
daß in einem Artikel desselben „Berliner Tageblattes“ vom 14. No—
vember, welcher, wenn nicht selbst vom Geheimpolizisten Freiherrn
von Meerscheid-Hüllessem, dann doch auf Grund dessen Angaben
verfaßt ist, eine ganze Kette von Unwahrheiten enthalten ist.
Dieser Revolver-Artikel, dem die liberale Presse die weiteste
Verbreitung gab, trug die Ueberschrift: „Marpingen von der
heitern Seite“ und enchielt folgende schöne Zahl von Unwahr—
heiten, Lügen und Erfindungen:
, .Anwahr ist, daß ch bei dem Berliner Geheimpolizisten,
der in Marpingen unter dem falschen Namen James Marlow
sich aufhielt, am Abend des 1. Oktober oder sonst „auf die deutsche
Poltzet geschimpft“ hahe. Unter dem Zugeftändniß, daß in Deutsaland
eben keine englische oder amerikanische Freiheit herrsche, habe
ich vielmehr dem derstellten Zorne des James Marlow und sei—
gem unwilligen Gebahren über seine scheinhare oder wirkliche
Verhaftung die Nothwendigkeit einer ordnungsmäßigen Legiti⸗