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Herr: „Das wirst Du am Besten wissen“. Dann mußte meine Tochter wieder
wie bei allen Verhören, das aufgenommene Protokoll unterschreiben, wurde
dauu ꝓutlassen und, ging püter zurr Schule. — Um drei Uhr ungesahr pue
mein Kind durch einen Gensdarmen aus der Schule abgeholt und wiederum
Iu dem Herrn v. MeerscheidteHüllessem gebracht. Dexselbe sagte zu meine
Tochter, er habe das früher aufgenommene Protokol! verklext
(verplatscht“ im Ausdruck der Marpinger Sprache) und könne es so niqt
fortschicken. Es brauche jetzt nur wieder seinen Namen zu schrei—
ben. Das Kind unterschrieb denn auch wieder und wurde sogleich wiebe—
in die Schule von einem Gensdarmen geführt, ohne irgend eine nennens—
werthe Zwischenzeit.
Marpingen, den 27. November 18786.
Wittwe Magdalena Kunz.“
Die Zuverlässigkeit von Angaben, welche im letzten Grunde
auf den berühmten Geheimpolizisten „der unter dem irländischen
Räubernamen Marlow seine Thätigkeit ausühte, muß in der That
den höchsten Bedenken unterliegen. In höchst ergötzlicher Weise
ist dies zu Tage getreten, in enem gugepuien Gespräch, welches
im Berliner Tageblatt vom 17. zwi chen dem Geheimpoligisten
und der ihm ihre angeblichen Unwahrheiten gestehenden Maͤrga⸗
retha vorgefallen sein soll. Das betreffende Gespräch wurde
in dieser Zeitung also dargestellt:
„Ehe ich schließe,“ Heißt es dort, „möchte ich Ihnen noch das Urtheil
vorr Mararethe Kunz über die Wundergläubeigen von Marpingen mit—
tHeilen. Als sie gefragt wurde, wie sie es fertig bekommen habe, so vielen
Leuten etwas vorzureden, amtwortete das kluge Kind: „Ja, ja, die Marpinger
Bauern sind recht dumm, aber“, fuhr sie nach einigem Nachdenken fort, „die
vornehmen Leute sind noch viel dummer, nauentlich die Herren (damit
meiut das Kind die Geistlichen), die haben sich Alles von mir vorreden
dassen. Vorzüglich aber Einer, der hat mich alles Mögliche gefragt, dem
habe ich am miisten vorschwatzen müssen.“ „Weißt Du viesleicht, wie dr hieß,
Grotchen?“ „Da muß ich erst nachdenken, er hatte einen langen Rock aͤn.“
„War is vielleicht der Graf Stolberg?“ „Neiu, der war es nicht. Ja, jetzt
weiß ich es; er war aus Berlin und hieß ... Ma.....Ma.5
Maiunke.“
J Die Germania hat seiner Zeit darauf mit dem nöthigen
Ernste() sofort folgende Erklärung gebracht:
„Herr Majunke,“ so schrieb sie mit trockener, trotz der Kleinlichkeit
des Umstandes vernichtender Schärfe, „hat niem als in seinem Leben einen
Aangen Rock“ getragen. In Marpingen zumal hat er sich in einem grauen
Jaquet aufgehalten, mit dito Beinkleid und Weste! blauer Cravafte mit rother
Corralslennadel.“
Dasselbe „Berliner Tageblatt“ als Leiborgan des Geheim⸗
polizisten, brachte in derselben „Speztaloffenbarung“ aus angeb⸗
lichen oder wirklichen Akten des Gexichts folgendes Gespräch be—
züglich der zweiten Erscheinung vom 4. Juli 1876: