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Reiseziel Marpingen. Die Erzählung ist hier blos dem wesent⸗
lichen Inhalte nach gegeben. Es ist nicht gelungen, Jemanden
von der Reisegesellschaft selbst zu sprechen, und daher muß auf
die Wiedergabe der Nebenumstande verzichtet werden. Die ange—
gebene Thatsache aber, daß die Reisenden verirrt und durch den
Stern, welcher nun sehr bald den Namen des ,wunderbaren Sternes“
von Marpingen erhielt, nach Marpingen gekommen, steht außer
Zweifel. Durch die Erzählung jener Pilger aufmerksam gemacht,
deobachteten nun die Einwohner von Märpingen und Umgegend
allnächtlich seit dieser Zeit jenen wunderbaren Stern. Die Leute
wachten oft von Mitternacht an, um seinen auffallenden Glanz
und seinen Lauf zu sehen. Er ging zwischen ein und zwet Uhr
duf, stieg dann ziemlich rasch, entsandte ein mächtig glänzendes
Licht und erschien den Leuten oft in länglicher krummer Gestalt.
Nach näheren Nachforschungen und Beobächtungen muß indessen
die Meinung zurückgewiesen werden, daß der betreffende Stern
ein besonderer, mit den Marpinger Erscheinungen erst entstandener
oder sichtbar gewordener sei. Es ist vielmehr Nichts weiter, als
der gewöhnliche Morgenstern, welcher allerdings im vorigen Jahre
einen besonders auffallenden Glanz entwickelt hat. Es ift nicht
zum ersten Male, daß die Constellation des Morgensternes, welche
in diesem Jahre die besondere Aufmerksamkeit der Bewohner von
Marpingen und Umgegend auf sich gezogen, allgemeines Aufsehen
erregte. Im Jahre 1716 betrachtete das Volk des hochgebildeten
London dieselbe Erscheinung als ein Wunder und als ein drohen⸗
des Zeichen nahen Unglückes, und im Jahre 1750 wurden die
Einwohner der nicht minder hochgebildeten Stadt Paris durch
dieses Phänomen so aufgeregt, daß es nöthig wurde, die Hilfe
der Polizei aufzurufen, um dem Tumulte Einhalt zu thun. In
Marpingen und Umgegend jedoch betrachtete das Volk diesen Stern
allerbings für eine wunderbare Erscheinung, die es mit den son
stigen übernatürlichen Erscheinungen in Verbindung brachte. Das
Wahre bei der Sache ist, daß der Morgenstern das Symbol der
hehren Gottesmutter ist, wie sie ja in der Litanei selbst als der
Morgenstern bezeichnet wird. Auch sonst noch wird sie überhaupt
als Stern bezeichnet, nach dem die Pilger dieses Erdenlebens
ihre Wanderschaft einrichten sollen. Es ist im Uebrigen immer⸗—
hin ein bemerkenswerthes Zusammentreffen des so auffallenden
Glanzes des Symboles der hehren Gottesbraut Maria mit deren
heiligen Offenbarungen und Wundern im Jahre 18766.
Was übrigens die astronomische Constellation selbst angeht,