—36
Darauf sahen sie noch elf Engel herabschweben, so daß bei jedem
der e— enden ein Engel stand. Wenn Jemand sich erhob und
wegging, so ging je ein Engel mit ihm. Die Erscheinung war
zu Ende gegen 4 Uhr Nachmittags.
Am Abend desselben Tages gegen acht Uhr befanden sich
Katharinc und Susanna im Huberlus'schen Haus e. Da erschien
ihnen die Mutter Gottes mit dem Jesuskinde. Die Kinder vie
fen: „Was kommt? Was kommt?“ Die Mutter wiederholte diese
Frage an die Kleinen. Die Kinder sahen dann den hl. Geist
in Gestalt einer Taube über der Mutter Gottes und dem Jesu⸗
kinde schweben und hörten eine Stimme rufen: Dieser ist mein
geliebter Sohn, an dem ich mein Wohlgefallen habe.“ Diese Stimme
wird ziemlich lange von den Kindern gehört. Endlich sagten die
Kleinen: Die Mutter Gottes steigt zu Verg!“ Die Kiuder gingen
dann mit den übrigen Anwesenden vor das Haus, schauten gen
Himmel und Margaretha sagte: „Nun geht der Himmel auf,
nun ist fie fort.“ Dann sagten die Kinder: „Jetzt ommen di—
Engel“ und erblickten zuerst drei, dann sechs, dann acht herab—
schweben. Die Menschenmenge wuchs indessen immer mehr an,
und dementsprechend schwebten Engel herab, etwa vierzig. Die
Kinder baten dann, man möge einmal in die Reihe stellen,
damit sie zählen könnten, ob Jeder seinen Engel habe. Dies aber
schien den Leuten bedenklich; um nicht die Aufmerksamkeit des
Gensdarmen zu erregen — ganz in der Nachbarschaft waren einige
einquartirt — entfernten sich die Meisten.
Es folgten seit der Zeit verfchiedene Ers cheinungen bis zum
b. September, die aber metstens nichts Besonderes an sich trugen
Eine Erörterung muß indeffen hier eingeflochten werden uͤber
einen Punkt, der von den ans Wunderbare gewohnten Einwohnern
Marpingens und Umgegend den wunderbaren Erscheinungen bei⸗
gezählt worden ist, der aber eine ganz natürliche, wenn auch nicht
jedes Jahr wiederkehrende, astronomische Thatsache sein dürfte.
In der Nacht vom 8. auf den 4. September hatten sich
183 Personen, welche aus der Gegend von Losheim her nach Mar⸗
pingen wanderten, in der Gegend des Dorfes Steinbach verirrt.
Dichte Finsterniß rings umher, keinen Schritt weit kounten sie
vor sich sehen. Sie knieten nieder zum Gebete. Plötzlich sahen
sie vor sich ein wunderbares Licht, einen Stern. Man betrachlete
sehr bald diesen Stern als einen wunderbaren Führer und be—
schloß, ihm zu folgen. Die Leute behaupteten, daß der Stern
bor ihnen herging; ste gelangten in der That glücklich nach ihrem