7. Die Koksofenanlage Altenwald.
Die Koksofenanlage, welche die Firma Haldy
&% Co. 1852 gründete, wurde von den Beteiligten
aufgrund ihrer Anteile an der Firma Haldy & Cie.
gebaut, d. h. die französischen Aktionäre Dehaynin
usw. besaßen mit der Firma Gebr. Haldy zusammen
zwei Drittel, das Haus Schmidborn & Co.
dagegen ein Drittel. Mit der Beteiligung an dieser
Unternehmung griffen die Urenkel Johann Gott
fried Röchlings wieder auf das Gebiet hinüber,
um dessen Nutzbarmachung für die Eisenindustrie
sich ihr Urgroßvater einst verdient gemacht hatte.
Im achtzehnten Jahrhundert hatte im Saargebiete
eine Koksherstellung ausschließlich bei der Grube
Dudweiler-Sulzbach stattgefunden. Dieselbe war
jedoch nicht auf landesherrlich Nassau-Saarbrücker
Rechnung betrieben worden, sondern das Saarbrücker
Bergamt hatte den Händlern, welche die
Verkokung vornahmen, wie den St. Johanner Röch:.
ings, Karcher, Saarbrücken und Gebrüder Böcking,
Coblenz, eine abgelegene Stelle zur Verkokung der
Kohle in gemauerten Meilern zur Verfügung gestellt,
und diese hatten soviel Kohle verkokt, als
sie brauchten, um den Bedarf für die rheinischen
Eisen- und Bleihütten zu befriedigen. Erst als das
Königreich Preußen 1816 den Saarkohlenbergbau
übernommen hatte, hatte es auch die Koksdarstel-'ung
selbst in die Hand genommen. Dies war solange
möglich geblieben, bis die Eisenbahnen in
größerem Umfange als Saarkoksverbraucher auftraten.
Erst als eine dauernde Vergrößerung der
staatlichen Koksanlagen dem Bedarfe nicht mehr
genügte, ist man dazu übergegangen, die Koks:
erzeugung durch Private wieder zuzulassen.
50 entstanden 1852 die Koksanstalten von de Wendel
und der französischen Ostbahn bei den Skalleyschächten
der Grube Dudweiler, ihnen schloß sich
die Koksanstalt der französischen Ostbahn in dem
arsten französischen Orte neben dem preußischen
Saarkohlenbecken in Forbach unmittelbar an, und
auf diese wieder folgte die Koksofenanlage Alten.
wald von Haldy & Cie.
Obwohl die Koksanlage Altenwald unter der
yemeinsamen Verwaltung von Gebr. Haldy und
Schmidborn und Gebr. Röchling stand, kümmerte
sich doch anfangs vorwiegend die Firma Gebrüder
Haldy um sie, da sie mit den ihr befreundeten
Tranzosen zusammen zwei Drittel der Anlage besaß.
Dagegen machten Schmidborn und die Gebrüder
Röchling ihre Verkokungsversuche auf
anderen Gebieten. Einmal in Ludwigshafen, wo die
Gesellschaft Schmidborn, Klingenburg und Cie. auf
dem Hemshof Koksöfen baute und sie ein Jahrzehnt
ohne sonderlichen Ertrag betrieb, sodann aber
auch in der nächsten Nähe Saarbrückens, in For.
bach. Der Bau der dortigen Koksanlage war dicht
an den preußischen Kohlenschächten, aber auf französischem
Boden 1850 von der französischen Ostbahn
begonnen worden, welche dort den Koks für
ihre Lokomotiven selbst erzeugen wollte. Im Laufe
der fünfziger Jahre ging die Lokomotivheizung
jedoch zur gewaschenen Stückkohle über und damit
wurde die Anlage für die Bahn zwecklos. Von
1853 an im Betrieb gewesen, wurde sie 1859 Stillgestellt.
Das Haus Schmidborn und Gebr. Röch;-ling,
das der französischen Ostbahn einen Teil der
Kohlen lieferte und ihr Stückkohlen abnahm, übernahm
die Anlage und setzte sie im August 1854
mit Grieskohlen in Betrieb. Es gelang ihm jedoch
nur. sie bis zum 20. Juni 1865 in Betrieb zu hal: