Im Jahre 1907 hatte die Zweigniederlassung
Mailand außer dem Leiter Otto Röchling in Basel
zwei Einzelprokuristen, zwei Teilprokuristen, drei
Reisende, 29 Büroangestellte und vier Ausläufer,
insgesamt also 40 Angestellte. Sie handelte mit
Roheisen, fabriziertem Eisen, Steinkohlen, Koks,
Anthrazit, Holzkohle und Gaskoks. Die Unterfiliale
Genua hatte zwei Büroangestellte und vier Hafenund
Speditionsangestellte. Sie betrieb zugleich
Spedition und besaß einen eignen Schleppdampfer
und acht Leichterschiffe. Die Unterfiliale Turin
hatte drei Büroangestellte, die Unterfiliale Venedig
zwei. Vertretungen mit Lager fanden sich in
Savona, Spezia, Livorno und Civitavechia, Vertretungen
ohne Lager in Florenz, Rom, Neapel,
Palermo. Catania. Messina. Barletta. Barı. Triest
41. Die Firma C. Schmidborn & Cie. in
Nancy.
Nachdem die Firma C. Schmidborn in Saarbrücken
bereits 1849 nach Norden und Osten hinübergegriffen
und die Firmen C. L. Röchling & Co.
in Rotterdam und Schmidborn, Klingenburg & Cie.
in Ludwigshafen gegründet hatte, schritt sie 1852
auch nach Westen vor und begründete dort die
Firma C. Schmidborn & Cie. in Nancy. Am 2. Nov.
1852 wurde zwischen der zu Saarbrücken bestehenden
Handlung C. Schmidborn, damals aus Karl
Schmidborn und Theodor Röchling bestehend, und
den Kaufleuten Theodor Maria Quennec-Feborel
und Aube zu Nancy der Vertrag zur Gründung einer
Gesellschaft zum Betriebe eines Kohlengeschäftes
unter der Firma C. Schmidborn et Compagnie mit
einem ‘Gesellschaftskapitale von 400000 Frs. unterzeichnet.
Quennec Feborel übernahm die Verpflichtung,
acht Siebenundzwanzigstel des Gesellschaftskapitales
im Betrage von 118518 Frs. 52 Centimes
zu stellen und zwar für sich sechs und für einen
weiteren Teilhaber Aube zwei und ım Falle der
Auflösung der Gesellschaft in demselben Verhältnis
mit den anderen Gesellschaftern die dann erforderliche
Summe zu vervollständigen. Der Zweck
der Gesellschaft sollte der Kauf und Verkauf von
Kohlen aus dem Saarbrücker Becken sein, sowie
die Herstellung und der Verkauf von Koksen. Als
ihr Bereich waren die Departements Moselle, Meuse,
Vosges, Meurthe, Haute-Marne, Marne, Haut-Rhin
und Bas Rhin gedacht, jedoch mit der Freiheit, ihre
Tätigkeit auch auf andere Gebiete auszudehnen. Der
Sitz der Gesellschaft war Saarbrücken. Sie hatte
nur eine Zweigniederlassung in Nancy. Sie war
auf achtzehn Jahre gegründet und sollte mit der
Eröffnung der Bahn von Saarbrücken nach Forbach
ins Leben treten. Sie gründete sich durchaus auf
die Entstehung der neuen Verbindung des Saarkohlenbeckens
mit dem Becken von Nancy durch
die französische Ostbahn, deren Teilstrecke Nancy-Metz-Forbach
seit 1851 in Betrieb war. Mit der
Eröffnung der Strecke Forbach-Saarbrücken, welche
sich an die Strecke Saarbrücken-Reden anschloß,
wurde der Bahnanschluß von Nancy an die Kohlengruben
des Saargebietes erreicht, und dadurch
mußte der Saarbrücker Kohle ein neuer bedeutsamer
Absatzweg erschlossen werden. Aber nicht
nur die Firma K. Schmidborn hatte den Gedanken
der Ausbeutung dieses neuen Verkehrsweges
ins Auge gefaßt, sondern auch ihr Saarbrücker
Mitbewerber, die Kohlenfirma Gebr. Haldy, an welcher
eine Reihe Franzosen beteiligt waren. Sie
osründete mit anderen französischen Kohlenfirmen.