Full text : Das Haus Röchling und seine Unternehmungen

Dönnhoff & Cie. Im Hinterhaus von Nr. 52 lag
die Wohnung des Magazinverwalters Köllmann,
welcher 33 Jahre im Dienste der Firma stand.
Nachdem die Firma 1872 die beiden Raddampfer
 Donnersberg und Maximilian gekauft hatte,
pachtete sie 1874 mit Eröffnung des Kaiserhafens
das Kaiserhafenmagazin 213 mit 150 m Uferrand
zur Verladung und Lagerung von Roheisen und
verlegte diese Abteilung von der Oberdammstraße
dorthin. Ein Dampfkran von der Firma Gebr. Benkisser
 in Pforzheim mit einer Tragfähigkeit von
1500 bis 2000 kg wurde bezogen und aufgestellt.
Er war der erste Dampfkran im Ruhrorter Hafen
und erhielt als solcher nachmals wegen seiner alter-:ümlichen
 Bauweise den Namen „die Großmutter‘‘.
„Die Großmutter‘ aber sah noch Söhne und Enkel
heranwachsen und wieder verschwinden. Die „Großmutter‘*
 starb erst 1898, nachdem an ihrem letzten
Tage der Photograph noch ein wohlgelungenes
Portrait von ihr aufgenommen hatte. Sie fand einen
glänzenden Ersatz in einem neuzeitlichen Enkel,
einem fahrbaren Dampfkran im Ruhrorter Kaiser:
hafen, von 5000 kg Tragfähigkeit und 13,5 m Ausladung,
 an dem durchschnittlich ein Meister, ein
Maschinist und vier Handarbeiter beschäftigt sind.
1878 starb J. B. Massen, der eine Teilhaber
von Dönnhoff & Cie. Seine Witwe trat aus, und
damit übernahm die Firma, die jetzt Gebr. Röchling
 und Klingenburg hieß, die Firma Dönnhoff
& Cie. als Abteilung ihrer Ruhrorter Niederlassung.
 Sie beschäftigte zwei Angestellte, während
in der Roheisenabteilung Haumann mit drei Gehilfen
 und einem Lehrling arbeitete. 1882 wurden
die Magazine Südhafen 80/81 in einer Größe von
3464 qm für Kohlenlagerung: und Verladung gepach-;et.
 1884 wurde in das Prokurenregister August
Röchling aus Ludwigshafen eingetragen, dessen
Prokura am 31. Dezember 1891 gelöscht wurde.
Von 1885 an wurde nach und nach der Handel
mit Ruhrkohlen nach dem Oberrhein nach Ludwigshafen
 verlegt, und die Zweigniederlassung
Ruhrort besorgte nur noch die Spedition dieser
Kohlen nach Ludwigshafen. 1889 wurde auch der
KOhlenhandel nach Holland abgestoßen, indem dieser
 Zweig der Firma Dönnhoff & Cie. an Karl]
Haumann, den Sohn von August Haumann. verkauft
wurde.
Durch diese Veränderungen war die Ruhrorter
Zweigniederlassung fast ausschließlich zu einem
Eisengeschäft geworden. Nachdem 1892 die Aenderung
 des Namens der Firma in Gebr. Röchling
eingetreten war, trat 1893 W. N. Dubois aus Darmstadt
 als Handlungsbevollmächtigter ein, um das
Roheisengeschäft nach dem Osten scharf zu becreiben.
 Derselbe blieb jedoch nur bis 1898 in der
Firma, trat dann in die Konkurrenzfirma Karl
Später in Koblenz über und eröffnete später in
Frankfurt a. M. ein eignes Geschäft! Bereits 1895
war Ernst Röchling aus Saarbrücken, Sohn von
Karl Röchling, als Prokurist eingetreten. Nach
Dubois Austritt wurde er im Dezember 1899 geschäftsführender
 Teilhaber. Am 10. Februar 1901
starb August Haumann, dessen Lebenswerk die
Stellung der Firma im Roheisenhandel am Niederrhein
 und in Norddeutschland war, im Alter von
76 Jahren, betrauert von der Bürgerschaft, die ihn
den Vater der Stadt nannte. An seine Stelle traten
drei Prokuristen, Ludwig Pieper aus Düsseldorf,
Louis Kleinpoppen aus Ruhrort und Wilhelm Baumeister
 aus Barop.. Der Ankauf einer Reihe von
Grundstücken leitete die Erbauung eines eigenen
            
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