zu Ludwigshafen mit einer Zweigniederlassung
Ruhrort und August Haumann als ihrem
Prokuristen in das Handelsregister Duisburg eingetragen.
Haumann war am I. Dezember 1824 zu
Bochum geboren und hatte in dem dortigen Eisenwarengeschäft
Korte den Eisenhandel gelernt. 1852
war er bei dem Hochofenwerk Neuschottland in
Steele an der Ruhr als Reisender eingetreten, hatte
1860 dort ein Agenturgeschäft in Roheisen gegründet
und war 1861 nach Ruhrort übergesiedelt. Hier
trat er zunächst mit der Firma Schmidborn & Cie.
in Verbindung und dann in ihre Dienste. Er
arbeitete zunächst allein. Dann trat William Dyckerhoff
als Gehilfe in das Büro ein. 1864 trat die
Firma mit der Kohlengroßhandlung Dönnhoff &
Co. in Ruhrort in Verbindung und wurde Teilhaberin
derselben. Zugleich trat Haumann als Prokurist
in diese ein, und aus diesen Gründen wurden
die Geschäftsräume der Zweigniederlassung der
Tirma Schmidborn & Cie. nach dem Hause Hafenstraße
44, Eigentum von J. B. Massen, ebenfalls
einem Teilhaber der Firma Dönnhoff & Cie., veregt.
Damit trat die Firma Schmidborn & Cie.
in Ruhrort in den Handel mit Ruhrkohle auf dem
Rheine sowohl nach Süddeutschland als auch nach
Holland ein. Aus den Jahren 1871—1873 sind Einzelaufzeichnungen
über den Umfang des Kohlen-Wandels
namentlich mit Holland vorhanden. Die
7irma Dönnhoff & Cie. in Ruhrort verlud 1871 nach
Holland 33 879 Karren (zu 1700 kg) und 1872 35 696
Karren. Äm Jahresschluß 1872 kostete die Karre
18 f. 1872 berechnete sich der Durchschnittspreis,
welcher nach Holland erzielt wurde, auf f. 13,87,
der höchste Preis für gewöhnliche Kachelkohlen
f. 21 und der niedrigste auf f. 11,35. Am I. Januar
1873 hatte die Firma an Vorräten 1128 Karren
Fettkohlen, 1572 Karren Magerkohlen in Ruhrort
und 230 Karren in Flettnachen. An der Ruhr lagen
weiter noch 1748 Wagen. Am I. Januar 1874 hatte
sie 2107 Karren Festkohlen und 896 Karren Fettkohlen.
An die Dampfboote wurden abgeliefert
1870 409741 Zentner, 1871 419347 Zentner, 1872
477 039 Zentner, 1873 419717 Zentner. Als 1873
die Kohle in England und Belgien sehr starke
Preissteigerungen erlebte, machte die Firma einen
Vorstoß mit Ruhrkohle nach Belgien. Nach Holand
wurde 1873 ein Durchschnittspreis von f. 17,5
für die Karre, ein niedrigster Preis von f. 16,25
und ein Höchstpreis von f. 20,5 erzielt. Nach Belgien
belief sich der Durchschnittspreis auf f. 18,05
oder Frs. 40,32. Der Höchstpreis war Frs. 45 oder
f. 21,15 für Hasenwinkel Schmiedekohlen, der nieirigste
Preis für halbfette Maschinenkohlen Frs.
36,50 oder f. 17,15 für die Karre. Laut Vertrag vom
7. Mai 1871 und Grundbucheintragung vom 27.
August 1872 wurde das Haus, Lager und Magazin,
Oberdammstraße 52/54 (seit Mitte 1905 Carpstraße
28/30) mit Gesamtfläche von 200 Ruten von der
Witwe Mallmann in Boppard gekauft. Seitdem war
entsprechender Raum für die Warenvorräte vorhanden.
Die Lagerung und Verladung von Roheisen
und Kohlen erfolgte in dem von der Hafenverwaltung
als „Alter Hafen 87“ bezeichneten Magazin.
Dasselbe wird von einer Hochbahn mit Pfeilern
durchquert, an welche ein Trichterbetrieb zur
Verladung von Kohlen in die Schiffe angeschlossen
wurde. Auch wurden Vorrichtungen für die Verladung
von Lagermaterial geschaffen. Während in
Nr. 54 der Prokurist Haumann wohnte, befanden
sich in Nr. 52 rechts die Geschäftsräume der Firma
Schmidborn & Cie., links diejenigen der Firma