war, erwies es sich als praktisch, auch dort einen
großen Kohlenlagerplatz zu schaffen. Es wurden
10000 Flächenmeter Gelände von der Pfälzischen
Eisenbahn gepachtet und das neue Lager gleichfalls
mit zwei Dampfkranen, Siebwerk und Hochbahn
ausgestattet. Im Juli 1895 wurde der neue Luitpoldhafen
eröffnet, zunächst vorläufig durch‘ die
Einfahrt eines eisernen Schleppkahnes „Gebr. Röchling
1‘, den die Firma in Holland hatte erbauen
lassen und der eine Tragfähigkeit von 150 Tonnen
hatte, und im Jahre 1897 erwies es sich sogar als
nützlich, den gesamten Kohlenlagerbetrieb in Ludwigshafen
zu vereinigen. Der Frachtnachteil, deı
hierin für den Verkehr nach Süddeutschland lag,
wurde ziemlich ausgeglichen durch die geschäftliche
Zuvorkommenheit der Pfälzischen Eisenbahn gegenüber
dem ausgesprochenen bürokratischen Eisenbahndienste
in Mannheim. Das Lager in Mannheim
wurde verkauft, und in Ludwigshafen wurden 5000
Flächenmeter hinzugepachtet und die Lagereinrichtungen
entsprechend ausgebaut. Der Kohlen- und
Koksumsatz entwickelte sich auch in dem T[Tahrzehnt
von 1886 bis 1896 noch bedeutend. 1886
wurden 65275 Tonnen Kohlen und Koks im Werte
von 589305 Mark umgeschlagen und 1896 120842
Tonnen im Werte von 1759266 Mark.
Im Jahre 1904 wurde die Rheinische Kohlen:
handel- und Reedereigesellschaft in Mülheim a. d
Ruhr gegründet, welche sämtliche Ruhrkohlenhänd:
ler umfaßte, die an dem Handel über die Rhein:
wasserstraße beteiligt waren und deren Ruhrkohlenabsatz
50000 Tonnen im Jahr überstieg. Auch
die Firma Röchling beteiligte sich daran und ließ
ihr Ruhrkohlengeschäft in derselben aufgehen. Fritz
Steyer, der ihrer Kohlenabteilung vorgestanden
hatte, trat zur Rheinischen Kohlenhandel- und
Reedereigesellschaft als Prokurist der Abteilung
Mannheim über. Das Kohlenlager in Ludwigshafen
a. Rhein und der Schleppkahn wurden verkauft.
Mit dem Ausscheiden des Ruhrkohlenhandels
verringerten sich zwar die Massen, welche die Lud
wigshafener Firma umschlug, aber die Ausdehnung
der übrigen Geschäftszweige schuf für die ausfallende
Arbeit bald Ersatz. Immer neue Kräfte
wurden an die Spitze der Geschäfte berufen. 1904
erhielten Kollektivprokura Emil Hoffmann (seit
1887 bei der Firma) und Friedrich Moser (seit
1892). Am 27. März 1905 starb Heinrich Koob
nach vierunddreißigjäiährigen treuen Diensten hei der
Firma. 1907 umfaßte das Ludwigshafener Hauptgeschäft
außer den beiden Chefs vier Prokuristen,
achtundzwanzig Angestellte, vier Lehrlinge und drei
Bürodiener, und im Stabeisenmagazin wurden
dreißig Handarbeiter beschäftigt. In den Geschäftsräumen
der Firma Gebr. Röchling mit Einschluß
der Zweigniederlassungen waren 40 Schreibmaschinen,
5 Rechenmaschinen und eine Zahl:
maschine tätige.
3. Die Zweigniederlassungen der Firma
Schmidborn & Co.
A. Zweigniederlassung Duisburg
Am Anfang ‘des Jahres 1861 nahm die Firma
Schmidborn & Co. in Ludwigshafen a. Rh. in Ruhrort
den Verkauf von schottischem und englischem
Roheisen für den niederrheinisch-westfälischen Bezirk
auf, und zwar durch die Vertretung von August
Haumann in Ruhrort, Schulstraße ı. Am 21. Nov.
[862 wurde dann die Firma Schmidborn & Co.