ein steuerbares Haus, das naturgemäß den Mittel.
punkt eines landwirtschaftlichen Betriebes bildete
Der nächste urkundlich belegte Röchling erscheinf
1511 zu Unna. Er hieß Hinrich to Reckerdinck,
war Bürger zu Unna und hatte eine Ehefrau
Elseke (Elschen). Er besaß unter anderem
fünf Scheffel Landes unterm Kunikberge neben
Lambert Trininhof und verkaufte dieselben um
(4 Mark an den Vikar Wichard Tolner.!) Mit der
Verkaufsurkunde wurde zugleich die urkundliche
Festlegung einer Stiftung verbunden, nach welcher
am 24. und 25. März jedes Jahres in der Kirchspielkirche
zu Unna Messen gelesen und dabei eine
Rente verteilt werden sollte. Dazu wurde noch das
Grundstück von fünf Scheffel Landes am Königsberge
mit einer Mark Jahresrente belastet. Daß
Hinrich to Reckerdinck seinen Namen von
ainem Unnaer Hofe Reckerdinck getragen habe
erscheint unwahrscheinlich, da ein solcher nicht
nachweisbar ist und sich nahe Beziehungen der
Stadt Unna mit einem anderen Reckerdinck, dem
Reckerdinck zu Wickede, nachweisen lassen. Wahr
scheinlich trug er dieses Reckerdinck von der Stadzu
Lehen und leitete seinen Namen von ihm her
Wie Asseln so besaß nämlich auch‘ das Nachbarsdorf
Wickede einen Hof mit Namen Reckerdinck.
Es ist der heutige Schulze-Röchlingsche
Hof nördlich des Dorfes Wickede, welcher sich zuı
Zeit im Besitze des Rittergutsbesitzers Schulze-Röchling
auf Haus Brockhausen bei Unna befindet
Der Sage nach hat er ehedem dem adligen Geschlechte
von Wickede gehört.) Ein urkundlicher
Beleg dafür ist aber nicht vorhanden. Ebenso wird
er dem Adelsgeschlechte von Heeren bei Camen
zugeschrieben, ohne daß dieses nachgewiesen wäre
Sicher aber ist, daß auf ihm die niedere Gerichts
barkeit des grundherrlichen Gerichtes ruhte und daß
seine Meier oder Schulzen dieselbe ausübten. Aus
welcher Hand dieselbe auch kam, jedenfalls war
sie am Anfang des sechzehnten Jahrhunderts in den
Besitz der Stadt Unna übergegangen. Wahrschein
lich hatte diese diejenige Grundherrschaft erworben
von welcher diese Gerichtsbarkeit abhängig war,
und vergab seitdem die Belehnung mit dem Schulzenamte.
Das Erbe und Gut, geheißen dat
Reckerdinck, wird 1522 als zum Kirchspiel
Wickede gehörig und im Amte und Gerichte von
Unna gelegen bezeichnet. Am Anfang des sechzehnten
Jahrhunderts gehörte der Hof dem Schulzen
Johan Hane (Hahn) und seiner Ehefrau Else, und
diese verkauften ihn an einen Unnaer Ratsherrn
Evert Husmann. Der Bürgermeister und der Rat
') Urkundenbuch des Stadtarchivs Unna: 1511 ar
Dage Marci (25. April) Wy Hinrich to Recker
dinck, borger to Unna, und Elseke sy’
echte hus fr... dat wy vor 14 Mark ...
verkofft.....heben Hern Wichard Tolne-Vicarioyn
dem hilligen Geyste to Unna....
to behoiff der sementlichen Getyde
t’ halden yn der Kerkspell Kerken to
Unna mytalle den Vicarien up U.L.Vr. avent
undDach Conceptionis undeymdeyrenthe
geleke aldajr to verdeylen ........ 1 Mark
ee....... Jarlikerrente ute unsen 5 Schepelsede
landes gelegen beneden Kunikberge
beneven Lambert Trininchof ........ Lensmanshove.
Johann Glasemeker Ssiegelt auf
Verlangen. Zeugen: Herr Herman Lemgoe
Priester, Johann Lindemann und Tohann Vol
hertgenant Horst.
*) Nachrichten zur Geschichte des altadligen Geschlechtes
von Wickede von V. von Wickede, Leutnant
im Kgl. Preuß. 2. Thür. Infanterie-Regiment Nr. 32
Essen. Krum. (um 1860).