ihres Betriebes aufrecht erhalten zu können, sanken
auch die Erträgnisse des Eisenhandels vielfach fast
auf nichts. 1875 bis 1878 erwirtschaftete die Firma
nur einen Ertrag von 5 Vomhundert des Unternehmungskapitals.
Und als die Rheinischen Stahlwerke
in Ruhrort 1876 ihre Zahlungen einstellten und
die Hämatitlieferungen der Firma unbeglichen blieben,
da machte sich sogar eine sehr beträchtliche
Abschreibung vom Unternehmungskapitale not:
wendig.
Noch immer war indessen die Eiseneinfuhr
ein bedeutendes Geschäft, und selbst, als der
Niedergang da war, vermochten die deutschen
Hochofenwerke, welche fast sämtlich unter ungünstigen
geologischen, geographischen und frachtlichen
Verhältnissen wirtschafteten, nicht die Bedürfnisse
des Binnenmarktes zu den Preisen zu
befriedigen, über die dieser nicht hinausgehen
konnte. Die Folge davon war eine Vermehrung der
Einfuhr. Dfe Fima Schmidborn & Co. nutzte diese
Verhältnisse dadurch wirtschaftlich aus, daß sie
1875 eine zweite Niederlassung auf den britischen
Inseln gründete, in Glasgow. Deren Leitung übernahm
der damalige Mitleiter der Niederlassung
Middlesborough, Hohbach. Im folgenden Jahre
suchte man auch den belgischen Eisenbedarf zu
erfassen, indem man ein Tochtergeschäft in Antwerpen
schuf.‘ Das Unternehmen war jedoch nicht
von langer Dauer. 1880 ging es wieder ein.
Mit dem Ende des Jahres 1872 trat Karl
Schmidborn im Alter von 78 Jahren aus der Saarbrücker
und der Ludwigshafener Firma und aus
sämtlichen Zweigniederlassungen mit Einschluß der
Firma Dönhoff & Co. aus. Seine Anteile an der
Firma Schmidborn & Co. gingen auf seine vier darin
verbleibenden Vettern Theodor, Ernst, Karl und
Fritz Röchling über, welche die Firma mit E.
Klingenburg fortführten. Ernst Röchling blieb wie
bisher in Ludwigshafen wohnen. Erst am 18. September
1875 wurde jedoch der Austritt Schmidborns
bekannt gegeben. An dem gleichen Tage
wurde die Aufhebung der Firma Schmidborn und
Gebrüder Röchling und der Uebergang der Aktien
und Passiven desselben auf die Firma Gebrüder
Röchling in Saarbrücken vollzogen und veröffent
‘icht. Dieselbe übernahm damit auch alle Verbindlichkeiten
der alten Firma aus dem Ludwigshafener
Gesellschaftsvertrag. Dabei wurde die bisherige
Firma Schmidborn & Co. vorläufig für die in Lud:
wigshafen a. Rh., Basel, Ruhrort, Antwerpen, Midd.:
iesborough on Tees und Glasgow bestehenden Geschäfte
beibehalten, und festgestellt, daß sämtliche
Aktiven und Passiven dieser Geschäfte, sowie die
der Firma Schmidborn & Co. an der in Ruhrort
unter der Firma Dönhoff & Co. bestehenden Kommanditgesellschaft
zustehenden Anteile und Rechte
als auch die der Firma Schmidborn & Co. in Ruhrort
und Basel zugehörenden Grundstücke und Häu.
ser, gleichviel, auf wessen Namen deren Erwerbstitel
lauten möchten, der Seedampfer Schmidborn
und die beiden Flußremorqueure Max und Donnersberg
zum Eigentum der Gesellschaft gehörten. Dabei
wurde das Gesellschaftskapital der Firma
Schmidborn & Co. auf fünf Millionen Mark erhöht,
von denen der Firma Gebrüder Röchling vier Millionen
und Klingenburg eine Million gehörten.
Als Ernst Christian Röchling am 9. April 1877
gestorben war, trat an seiner Stelle seine Witwe,
Anna Röchling, als nicht geschäftsführende Teil.
haberin in die Firma ein. Es war somit als tätiger
Teilhaber nur noch Klingenburg übrig gehlieben.