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des Deutschen Reiches der Anstoß zu einem Aufstiege
der gesamten deutschen Ertragswirtschaft,
der auf dem Gebiete der Eisenindustrie und des
Eisenhandels sich besonders deutlich ausprägte. Im
Anfang des Jahres 1871 standen die Preise schottischen
Roheisens frei Schiff Glasgow auf 50 sh.
und englischen Roheisens frei Schiff Middlesborough
auf 46 sh. Nach dem Friedensschlusse
begann der Preisaufschwung und erreichte 1873
in schottischen Roheisen einen Preis von .145, in
englischen Roheisen einen Preis von 120, und in
anglischen Hämatiten selbst einen Preis von 187 sh
Infolge der nachdrücklichen Ausnutzung‘ dieser Kon-;unkturen
und des weitsichtigen Einkaufes wurden
große Erträgnisse erzielt, und die Ludwigshafener
Firma mit ihren Zweigniederlassungen warf 1872
ainen Reinertrag von 51 Vomhundert des Unternehmungskapitals
ab. Das Geschäft stellte aber
zleichzeitig stetig wachsende Anforderungen an das
Unternehmungskapital. Am 31. Dez. 1872 betrugen
die Außenstände des Hauptgeschäftes 1 121250
Gulden, der Niederlassung Ruhrort 604000 Taler,
der Niederlassung Basel 507000 Taler und der
Niederlassung. Middlesborough' £ 57 000 = I 200 000
Mark, letztere namentlich Außenstände für Hämatitlieferungen
an Krupp, Hoerder Verein, Dortmunder
Union, Bochumer Verein und Rheinische Stahlwerke.
Daß mit dem allgemeinen Steigen der Preise
und Handkraftlöhne auch die Verschaffungskosten
dedeutend stiegen, suchte die Firma dadurch zu
überwinden, daß sie sich wie auf der See so auch
auf dem Rheine in den Besitz eigener Schiffsgefäße
setzte. Sie kaufte von der Bayrisch-Pfälzischen
Dampfschleppschiffahrtsgesellschaft die
Rheinschleppdampfer „Maximilian‘* und „Donnersberg‘
zum Preise von 100000 fl. Die Maximilian
mußte jedoch mit weiteren Kosten von 24000 fl.
erst in leistungsfähigen Stand versetzt werden. Die
124000 fl. Sonderkosten wurden jedoch sofort aus
dem Reinertrag des Jahres vollständig abgeschrieben.
Das war von doppelter Bedeutung, weil die
Schiffe sich wenig bewährten und nur die äußerste
Zwangslage und die Unmöglichkeit in kurzer Zeit
neue Boote zu erschaffen, zu ihrem Ankauf ge-‘ührt
hatten. Die Maximilian war 1872 bereits 16,
die Donnersberg 23 Jahre alt. Erstere hatte 240,
letztere 200 Pferdekraft. Erstere war in England,
letztere auf der Gutehoffnungshütte in Ruhrort erdaut
worden. Die Donnersberg war ein schlanker
Rheindampfer und verkehrte 1872—1884 ziemlich
‚egelmäßig zwischen Rotterdam und Ludwigshafen.
1884 wurden beide Schiffe wieder abgestoßen. Der
Aufschwung der Ertragswirtschaft in den ersten
Jahren des neuen Reiches fand seine Grenze in
den riesenhaften Preisen und Werten, welche im
Frühling 1873 erreicht wurden. Im Frühling
1873 setzte der Rückschlag ein, und nun ging es
arst langsam, dann jäh mit den Wirtschaftswerten
ıbwärts. Es begann eine Zeit der schwersten Ge-Jrücktheit
für Eisenverbrauch, Eisenindustrie und
Eisenhandel, die noch dadurch gesteigert wurde,
laß eine doktrinäre politische Strömung die Herabsetzung
der Eisenzölle erreichte und deren end:
giltige Abschaffung zum Beschlusse erhoben wurde.
Die glänzenden Eisenpreise vom Frühling 1873
sanken wieder auf ihren ehemaligen Stand. 1879
kosteten englische Hämatite an der Glasgower
Eisenbörse noch 46 sh., schottisches Roheisen 40 sh
und englisches Roheisen 33 sh. Während zahl.
reiche deutsche Eisenhütten unter ihren Selbstkosten
verkaufen mußten, um nur noch einen Teil