der Firma C. Schmidborn, Klingenburg
& Co. „zum Betriebe eines Kohlen-, Holz- und
Bordhandels en gros, verbunden mit Kommission
und Spedition‘, Der Hauptsitz der Gesellschaft
wurde Ludwigshafen. Er war aber verbunden „mit
einem diesem Etablissement konnexen Zweig oder
Spezialgeschäft in Bexbach, respektive Neunkirchen,
unter derselben Firma‘‘. Die Dauer der Gesellschaft
war zunächst auf fünfzehn Jahre festgesetzt. Das
Gesellschaftskapita1l war auf 50000 Gulden bestimmt.
Dazu trugen Schmidborn und Röchling
bis 40000 Gulden und Klingenburg bis zu 10000
Gulden bei. Die Pflicht zur Einzahlung seines Anteils,
für Klingenburg sollte jedoch erst beginnen,
ıachdem die anderen beiden Teilhaber 20000 Gulden
eingeschossen hatten. Sämtliche Teilhabe:
hatten das Recht, zu gerieren, zu administrieren
ınd für die Firma rechtsverbindlich zu zeichnen
Klingenburg lag vorzugsweise die Leitung des Geschäfts
in Ludwigshafen ob, und er hatte ihr seine
zanze Tätigkeit zu widmen. Dafür erhielt er eine
besondere Jahresvergütung von 1050 Gulden.
Schmidborn und Röchling erhielten wenigstens das
Recht, für die Leitung der Geschäfte ın Bexbach
beziehentlich in Neunkirchen, eine ähnliche Ver:
gütung in Anspruch zu nehmen. Von dem Jahresgewinne
erhielten Schmidborn und Röchling zwei
Drittel, Klingenburg ein Drittel.
Die Verteilung der Kräfte bei der Gründung
der neuen Firma gestaltete sich folgendermaßen:
Karl Schmidborn und Theodor Röchling blieben
in Saarbrücken, wo die Firma C. Schmidborn ihren
Sitz hatte. Zur Unterstützung Klingenburgs bei
der Einrichtung des Geschäftes kam Karl Röchling,
dessen eigentlicher Posten in Rotterdam war,
vorübergehend als tätiger Kaufmann nach Ludwigshafen.
Die Zweigniederlassung Bexbach der
neuen Firma wurde dagegen von dem zweiten Bruder,
Ernst Röchling, geführt. Das Geschäft, für
welches die alte Saarbrücker Firma bereits alle
Anknüpfungspunkte bot, wurde mit größter Tatkraft
betrieben. Am 10. September 1849 wurde in
dem jetzt Rueliusschen Hause, Ludwigstraße 87
in Ludwigshafen, das Kohlen- und Speditionsgeschäft
C. Schmidborn, Klingenburg & Cie. eröffnet.
Der Ausgangspunkt der Tätigkeit der Firma
war der Handel mit Saarkohlen, an den sich die
Spedition anschloß. Ein Massengut, das man als
Rückfracht benutzte, waren Lahnerze. Die Kohlen:
zähne, welche Saarkohle nach den Lahnhochöfen
verschafft hatten, brachten Lahnerze nach der Saar
zurück. Diesem Geschäfte machte erst der Bau
der Bahn Bingerbrück-Neunkirchen ein Ende, mit
deren Vollendung die Erze auf diese übergingen.
Nach‘ und nach dehnte sich der Geschäftskreis auch
auf den Bezug von Ruhrkohlen, auf die Einfuhr
von englischem und schottischem Roheisen und
schließlich auf den Handel mit fabriziertem Eisen
aus.
Bereits am 15. September 1850 wurde mit der
Eröffnung der Strecke Heinitz-Neunkirchen-Bex
bach die Bexbacher Niederlassung überflüssig, da
das gesamte Landfuhrwesen damit ausfiel und die
Heinitzer Kohle nunmehr durch die Saarbrücker
Firma aufgegeben werden konnte. Dadurch wurde
Ernst Röchlings Arbeitskraft frei. Er siedelte jetzt
nach Ludwigshafen über, und dafür kehrte sein
Bruder Karl nach Rotterdam zurück. 1853 wurde
Ludwigshafen zur Stadt erhoben und entwickelte
sich stetig weiter. Von 1867 an nahm es einen
immer schnelleren Aufschwung, und wurde die