französischen Direktoren der in französischen Händen
befindlichen Vereinigten Glasfabriken von
Vallerysthal und Portieux Ausweisungsbefehle. Das
plötzliche Ausscheiden der Leiter der in den deutschen
Vogesen gelegenen Vollerysthaler Hütte
drohte den Betrieb überhaupt stillzustellen, und
die Familie Chevandier de Valdröme, welche die
Hauptaktionärin der Glashütten war und noch ist,
wandte sich an den ihr geschäftlich befreundeten
Karl Röchling mit der Bitte, in dem Zusammenstoß
mit der reichsländischen Regierung in Metz
und Straßburg die Vermittlerrolle zu spielen. Karl
Röchling gab sich alle Mühe, die Ausweisungsbefehle
rückgängig zu machen, die Reichsregierung
ließ sich jedoch von ihren Maßregeln gegen
die Familie Thouvenin nichts abringen. Dagegen
gestattete sie dem langjährigen technischen Betriebsleiter
Verdelet wenigstens wieder, die Leitung
der Vallerysthaler Geschäfte zu übernehmen, sodaß
eine Betriebsunterbrechung vermieden wurde.
Dieses Vorkommnis aber beunruhigte die französi
schen Besitzer, und sie hielten es für angezeigt,
Maßnahmen zu treffen, um dem Wiedervorkommen
ähnlicher Ereignisse vorzubeugen. Das geeignetste
Mittel dazu fanden ‚sie in der Beteiligung
Deutscher an dem Vallerysthaler Hüttenunternehmen,
und als geeignetsten Mitunternehmer erkann-‚en
sie‘ ihren Freund Karl Röchling. So trat dieser
1887 in das Unternehmen und in den Verwaltungsrat
ein. Dadurch, daß sich der größte Teil der
Unternehmungsanteile der Vereinigten Glashütten
im Besitze französischer Staatsangehöriger befand
und noch befindet, wurde während einer Reihe
von Jahren die Haupttätigkeit Karl Röchlings dadurch
in Anspruch genommen, daß er ausgleichend
zwischen der Mehrheit der Teilunternehmer und
denjenigen Mitunternehmern wirkte, welche dieselben
im Verwaltungsrate vertraten. Es gelang ihm
auch in den meisten Fällen, die vorhandenen Mei:
nungsverschiedenheiten zum besten des Unterneh.
mens zu überwinden und das Gesellschaftsunternehmen
selbst zu steigenden Erträgen und zu einer
Ausbeutung seines Absatzes auf dem deutschen wie
auf dem überseeischen Markte führen zu helfen.
Bis zu seinem Tode führte er das Amt eines stell-‚ertretenden
Vorsitzenden des Verwaltungsrates.
Weitere Förderung erhielt das Bankgeschäft
endlich dadurch, daß sich die Firma Schmidborn
auf mehreren Gebieten an industriellen Unternehmungen
beteiligte und dadurch im Warengeschäftsverkehr
immer neue Beziehungen anknüpfte. Die
finanzielle Ausstattung dieser Unternehmungen erfolgte
ausschließlich durch das Bankgeschäft.
Nachdem einmal der reine Geldverkehr eine gewisse
Entwicklung erfahren hatte, wurde dem
Depotgeschäft steigende Sorgfalt gewidmet. Ebenso
wurde der Kontokorrentverkehr gepflegt, und dadurch
wurden wieder neue Beziehungen zu den
verschiedensten Handels- und Industriezweigen angeknüpft,
unter diesen zur Glasindustrie der
Vogesen, zu der chemischen, Salz- und Soda-,
Brauerei-, Leder-, elektrischen Industrie und sonst;
gen kleinen Industrien.
Die Ausdehnung des Geschäftskreises konnte
schließlich durch Einführung des ausgesprochenen
Inkassogeschäftes nur gefördert werden. Zu ihr
führte aber überdies der sich immer vergrößernde
Wechseleingang und das Suchen nach billiger Einzugsgelegenheit
von selbst. Im Laufe der Jahre
gab die Firma neben einer größeren Anzahl Spezialisten
fünf Inkassnotarife für Deutschland her-