wir aber in dem Falle, wo Sie das für die hiesigen
Gruben ganz allgemein angeordnete Ausfuhrverbot
verletzen, uns zu unserm Bedauern genötigt sehen
würden, die Lieferungen an Sie in demselben Maße
zu beschränken, als dies infolge der eingetretenen
unvorhergesehenen Ereignisse hinsichtlich der Ausdehnung
des Grubenbetriebes und der hiervon abhängenden
Höhe der Förderung jetzt schon geschehen
müßte und eventl. noch ferner notwenlig
werden sollte.‘‘
Die außerordentlich hohen Eisenbahnfrachten der
Kohle zogen dem Eisenbahnversand bis 1871 ziemlich
enge Grenzen. 1871 trat aber eine sehr wesentliche
Verbilligung ein, welche dem Eisenbahnabsatz
sofort stark zugute kam. Dagegen blieb die Einführung
des Spezialtarifs III für Kohle 1880 ohne
Einfluß auf den Absatz, da sie für die in Frage
kommenden Entfernungen nur ganz unwesentliche
Veränderungen brachte. Dagegen kürzten neue
Bahnlinien auch noch später nicht selten die Kilometerzahl
und damit die Frachtkosten. Die drei
wesentlichen Veränderungen in den Eisenbahnfrach
ten zeigen folgende Zahlen.
Von Grube Altenwald betrugen die Kohlenfrachten
nach
Spezialtarif
III
bis 1871 1871—1880 seit 1880
Metz (91 km) 4,94 M 3,17 M6 3,30
Ars (99 km) 5,18 M 3,28 M 3,40
Diedenhofen (91 km)
(122 km) 5,58 M 3,81 M6 3,30 M6
In den sechziger Jahren trat neben den alten
natürlichen Wasserweg und den neuen Eisenbahnweg
ein künstlicher Wasserweg, der Saarkanal.
1862° wurde mit dem Bau des Saarkohlenkanals
begonnen, der die Saar bei Saargemünd mit dem
Rhein-Marnekanal bei Gonderfingen verbinden und
in einer Flußkanalisierung der Saar von Saargemünd
bis Louisenthal fortgesetzt werden sollte. Am
:2. Juni 1865 war zwischen Louisenthal und Saargemünd
der normale‘ Stau hergestellt, sodaß die
Schiffahrt eröffnet werden konnte. Am 15. Mai
1866 wurde der eigentliche Kanal von Saargemünd
bis Gonderfingen dem Verkehr übergeben und danit
ein Wasserweg für die Saarkohlen nach
Süden, Südwesten und Südosten geschaffen, welcher
für den Absatz des staatlichen Saarkohlenbergbaues
eine ebensolche Bedeutung erlangte wie
ir Kohlenhandel und Kohlenschiffahrt. An demselben
Tage erfolgte die Eröffnung des Betriebes
der Hafenbahn von der Station St. Johann nach
dem Saarkanal für alle Güterklassen. Schon am
20. Sept. 1865 hatte die Firma Schmidborn und
Gebr. Röchling 45 Taler für die Anpachtung neuer
Lagerplätze auf dem Bahnhofe St. Johann bei der
Eisenbahndirektion Saarbrücken hinterlegt. Die
neuen Plätze kamen jetzt in volle Benutzung. Am
19. Juli 1866 pachteten Schmidborn und Gebr.
Röchling von der Kgl. Bergwerksdirektion Saar-„rücken
unter Bürgschaft der Gebr. Haldy einen
75,45 Quadratruten großen Kohlenlagerplatz zum
Preise von 143 Reichstaler, 5 Silbergroschen und
3 Pfennigen vom 20. Juli 1866 bis 19. Juli 1867
und nachmals bis Ende 1868.
Der Saarkohlenkanal einerseits gab dem preußischen
Saarkohlenbergbau mit einem Schlage einen
Anschluß an das französische Handelsnetz, ermöglichte
damit eine verhältnismäßig bedeutende Verfrachtung
von Saarkohlen bis Paris, Lyon, Hüningen
und Basel auf dem Wasserwege und gab so