Tragfähigkeit beladen, welche die Saarschiffahrt
damals immer noch beherrschten. Wenn die
Schmidbornschen Lohnkähne Kohlen nach Diedenhofen
und Metz gefahren hatten und leer in Stadtbredimus
ankamen, wurden sie dort gelegentlich
in Dienst genommen. Drei solcher Kähne bildeten
ainen Schleppzug und wurden gemeinsam an einem
Seil die Mosel hinunter und die Saar hinauf geschleppt.
Die Saar hinauf zogen 20 bis 25 Pferde
einen solchen Zug, je nach der Stärke der Strömung.
Im Sommer waren die möglichen Kahnlasten
noch immer sehr klein. Oft war nur die
halbe Befrachtung und selbst nur die Drittelbefrachtung
möglich. Mit zwölf Tonnen Kohlen be-'aden,
trat ein Kahn, wenn die Not drängte, schon
die Reise an und mußte unterwegs oft noch darauf
warten, daß ein Gewitter den Wasserstand erhöhte.
Eine einzige Gewitterflut aber trug ihn rasch bis
an die Saarmündung hinab.
Die Beschaffung von Schiffsgelegenheit war
nicht immer leicht, und die Firma C. Schmidborn
mußte oft mit Darlehen eingreifen, um Schiffsraum
für ihre Kohlenverschiffung nach Frankreich zu be
schaffen. So lieh sie 1863 laut vorliegender Darlehnsquittung
dem Schiffer Louis Martin, dem die
Petite Coline im Hafen de Pierre bei Toul gehörte,
achthundert Franks, und dieser verpflichtete sich.
ein Jahrlang und darüber‘ hinaus bis zur Rückzahlung
der Summe für Schmidborn und Gebr.
Röchling die Tonne von 1000 Kilo Kohlen zu folgenden
Sätzen zu fahren, nach Mühlhausen und
I’Ile Napol&on für 4,60 Frs., nach Straßburg für
2,30 Frs., nach Jelfurth für die Fracht nach Mühl:
hausen zuzüglich der Frachtkosten und Kohlenabgaben
zwischen Mühlhausen und Jelfurth. Alle
anderen Kosten außer Lade- und Löschkosten trug
der Schiffer. Martin war mindestens zu einer Reise
im Monat für die Firma verpflichtet und hatte
sich bei seiner Ankunft in Nancy oder Frouard
auf ihren Geschäftsräumen zu melden. Hatten sie
keine Fracht, so durfte er für andere Firmen Ladungen
annehmen. Die Frachten wurden bei Darlehn‘
auf längere Zeit, sonst auf Jahresfrist, ge
legentlich auch für einzelne Fahrten besonders vereinbart.:
Nach dem Vertrage vom 30. März 1862
verpflichtete sich der Schiffer Christophe Charles
für die Firmen Schmidborn und Gebr. Röchling
nach Mühlhausen und der Ile Napoleon für 4,60
Frs., nach Straßburg für 2,40 Frs., nach Jelfurth für
die Mehrkosten, nach dem Vertrage vom 13. Nov.
1864 die Tonne Kohlen zu fahren für 4,50 Frs. nach
Mühlhausen und der Ile Napoleon, für 2,30 Frs.
nach Straßburg, für die Mehrkosten von Mühlhausen
nach Jelfurth.
Da die Kohlenschiffahrt auf der Saar und der
Mosel sehr unregelmäßig war, so machte sich die
Anlage zahlreicher umfangreicher Niederlagen notwendig.
Solche bestanden bereits in Nancy und
Frouard. Am ı. August 1850 eröffnete die Firma C.
Schmidborn in Diedenhofen eine Niederlage von
Kohlen und Koks aus den staatlichen preußischen
Saarkohlengruben, und Tissot, auf dessen Gelände
die Niederlage errichtet wurde, wurde ihr bevollmächtigter
Vertreter. Das schön litographierte französische
Rundschreiben auf blauem Papier, welches
diese Einrichtung der Kundschaft mitteilte, ist
erhalten.
1854 stellte sich die Notwendigkeit einer Niederlage
in Mülhausen i. E. heraus, und es wurde
dort ein Grundstück zwischen Eisenbahn und Kanal
von einem Herrn Barmage für 4 500 Frs. im Tahre