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während des Krieges, kamen erst zur Ausführung
als ganz außerordentliche Preissteigerungen eingetreten
waren und wurden für die Firma eine Quelle
großer Erträgnisse. Durch diese wurde sie einigermaßen
für die schweren Störungen entschädigt,
welche der Krieg 1870/71 ihren Betrieben brachte
Er legte für dreiviertel Jahr den gesamten Kohlenıbsatz
nach Frankreich still und brachte ebenso die
Kokereien der Firma auf lange Zeit zum Stillstand
Auch im außergeschäftlichen Leben des Seniors
der Firma spielte der Krieg eine gewisse Rolle.
Am 109. Juli 1870 wurde in Berlin die französische
Kriegserklärung übergeben. Am 2. Aug.
1870 unternahm das französische Korps Frossard
seinen. Angriff auf die preußischen Stellungen bei
Saarbrücken, beschoß die neue Saarbrücke, den
Bahnhof und die Stadt St. Johann und setzte sich
in (den Besitz Saarbrückens, indem es auf den Höhen
über der Stadt sein Lager aufschlug. Am 3. August
ritt General Frossard mit seinem Stabe durch die
Stadt. Dem Bürgermeister Schmidborn wurde die
Aufgabe, ihn über die Verhältnisse und die Stimmung
in den Saarstädten zu unterrichten. Die
schwierigen Verhältnisse, welche nun folgten, stell.
‘en an Schmidborn die höchsten Anforderungen.
Seine Stadt in Feindeshänden, und die preußischen
Heere zum Entsatz vor der Tür. Unter diesen Umständen
galt es, den formalen Anforderungen der
tatsächlichen fremden Herrschaft zu genügen, dabei
die deutsche Gesinnung zu wahren und doch
unüberlegte Ausbrüche der Bevölkerung gegen den
bewaffneten Feind zu verhindern. Schmidborn bewährte
sich in dieser schwierigen Aufgabe als gewandter
Kaufmann, als geschickter Diplomat und
als guter Deutscher und Menschenfreund zugleich.
Als am 5. August die Kunde von dem Siege der
Deutschen bei Weißenburg anlangte, zogen sich die
Franzosen auf die Spicherer Höhen hinter Saarbrücken
zurück und gaben die Stadt frei. Bereits
am Morgen des 6. August rückte die Spitze der
Kavalleriedivision von Rheinbaben in den Städten
ein. Stunde um Stunde folgten weitere deutsche
Truppen, welche in der Stadt eine kurze Rast hiel-:en,
um sich kampffertig zu machen. Schmidborn
gelang es in der Eile, die Verpflegung und KErquickung
der Truppen einigermaßen zu organisie-„en.
Von dieser Verpflegung hing viel ab. Denn
unmittelbar auf sie folgte die Schlacht bei Spichern,
und die Stadt Saarbrücken wurde das Lazarett und
die Küche für die Kämpfenden. Schmidborn ließ
alle Inhaber von Fuhrwerk durch Rundruf auffordern,
ihr Fuhrwerk mit Stroh zu belegen und
hinauszufahren, um Verwundete zu holen. Schon am
2. Aug. hatte er das städt. Hospital zur Aufnahme
größerer Verwundetenscharen herrichten lassen, und
in ihm hatten bereits die ersten verwundeten Vierziger
Aufnahme gefunden. Im weiteren Verlaufe
wurden Kasernen, . Schulen und Privathäuser mit
Verwundeten belegt. Im ganzen wurden über drei-:ausend
in fünfzehn Lazaretten untergebracht. Dazu
kamen 12000 Mann Einquartierung, am 7. und
8. August die ganze fünfte Division. Am 7. August
beschloß die Stadt Saarbrücken, die in der Schlacht
gefallenen und in die Stadt gebrachten Krieger
auf einem besonderen Begräbnisplatze zu vereini
gen. Mit 6000 Talern Kosten wurde das Mocken:
tal westlich von der Forbacherstraße in unmittelbarer
Nähe des Schlachtfeldes angekauft, und auf
diesem wurden über 450 deutsche und französische
Krieger beerdigt, welche meistens in den Lazaretten
gestorben waren. Am 8. August erscholl