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und es mit aller Kraftwirtschaftlichkeit und Spar:
samkeit verfolgend, dabei von einer gewissen Hart.
näckigkeit, aber ohne den Eigensinn, der auch dem
augenscheinlichsten Mißerfolge nicht weicht, gehörten
die drei Brüder zu denjenigen, von denen
jedes Volk in jedem Geschlechte zu seinem Wirtschaftswohle
einige zu wenig hat. Und unter ihnen
ragte wieder der dritte und die andern überlebende
am höchsten hervor. Er hatte nicht nur den härtesten
Nacken und bisweilen eine Knorrigkeit,
welche an die Eigenschaften der deutschen Bucheiche
erinnerte, sondern hatte auch den größten
ertragswirtschaftlichen Weitblick und die größte
persönliche Arbeitsfähigkeit. Von höchster sittlicher
Tatkraft, trachtete er nur nach seinem Werke. Ein
Mann der geistigen Arbeit, fand er auch am Ende
seines erfolgreichen Lebens keine Zeit zur Ruhe
und hatte keine Zeit müde zu sein. Geschäftlich
hart, wußte er die Zeitverhältnisse zu erkennen
ınd die Herrschaft über die Wirtschaftsmittel zu
gewinnen, um sie zu ertragswirtschaftlichen Zwekken
zu benutzen. Dabei kannte er die Grenzen der
Fähigkeiten des Einzelmenschen sehr wohl und
scheute sich nie, wo ertragswirtschaftliche Auf
gaben über seine und der seinen Kraft hinausgingen,
auch fremden Anteil an seinen Unternehmungen
zu gewähren. Er sah rechtzeitig, wo er allmächtigen
Wirtschaftsverhältnissen weichen mußte und
berechnete früh genug die neue Lage der Dinge,
welche es anstelle eines niedergehenden Geschäfts:
zweiges ertragswirtschaftlich zu benutzen galt. Er
galt vielfach für hart und verschanzte seine Herzensgüte
tatsächlich oft hinter einer rauhen Außenseite.
Er war ein leidenschaftlicher und zäher
Kämpfer für seine wirtschaftlichen Interessen, und
eine Erfolge im öffentlichen Leben wären vielleicht
noch größer gewesen, hätte er nicht in Karl Ferdinand
Freiherrn von Stumm-Halberg einen ebenbürtigen
Zeitgenossen gefunden. Seine Wirtschaftsinteressen
standen von vornherein auf dem
Boden, welchem die ertragswirtschaftliche Entwick-‘ung
der Zeit zustrebte. Seit 1870 widmete er den
größten Teil seiner Zeit öffentlicher Tätigkeit. Lange
Jahre war er Mitglied des Kreistages und des Kreisausschusses
und Kreisdeputierter im Provinziallandtage.
1886 machte ihn sein König zum Kommer
zienrat und 1908 aus Anlaß seines achtzigsten Geburtstages
zum Geheimen Kommerzienrat. 1892
wurde er anstelle des früheren Landrats Dr. von
Voß zum Abgeordneten des Provinziallandtages der
Rheinprovinz gewählt.
Das Stammgeschäft C. Schmidborn lag am
Schloßberg 5 im alten Saarbrücken in einem einfachen
einstöckigen Bürgerhause an der Straßenscke,
das für ein kleines Geschäft gerade genug
Raum bot. In ihm entwickelte sich ein Zweig der
späteren Großfirma nach dem anderen. Mit dem
31. Dezember 1855 wurde ein neuer Gesellschaftsvertrag
geschlossen, in dem die Firma in Schmidborn
und Gebr. Röchling abgeändert wurde und
die beiden Brüder Ernst und Karl, welche bis dahin
nur in Nebenfirmen der Saarbrücker Hauptfirma
tätig gewesen waren, als geschäftsführende Teilhaber
in die Firma eintraten. Damit kam zugleich
die Mehrheit der Geschäftsanteile in Röchlingsche
Hände. Das Geschäft war in Vierundzwanzigstel
eingeteilt. Davon besaß damals Carl Schmidborn
elf, Theodor Röchling sieben und Ernst Röchling
und Karl Röchling je drei. Die jüngeren Brüder
mußten sich mit ihren Anteilen erst hinaufarbeiten.