Sept. 1850 wurde das Stück Heinitz-Neunkirchen-Bexbach
eröffnet. Am 14. Juni 1851 folgte die
Strecke Reden-Neunkirchen und am 16. November
1852 der Rest Forbach-Saarbrücken-Reden. Damit
war das Saargebiet mit einer ersten Linie dem
internationalen Eisenbahnverkehr angeschlossen,
und diesen Verbindungen folgten weitere Linien.
Diese Schaffung neuer Verkehrsstraßen bot der
Firma Gelegenheit, den Kohlenhandel auf ganz neue
Grundlagen zu stellen. Nicht nur, daß sie sofort
mit der Gründung von Zweigniederlassungen nach
mehreren Richtungen über das Saargebiet hinausgriffen
— sie benutzte von 1850 an die Strecke
Bexbach-Ludwigshafen, von 1851 die französische
Ostbahn von Forbach an und von 1852 an den
Bahnhof Saarbrücken für ihre Kohlenversendungen
und trat bald in feste Beziehungen zur Eisenbahnverwaltung.
Für den Saarkohlenbergbau freilich
hatten diese neuen Verkehrswege auch noch eine
andere Bedeutung. Er hatte bis dahin in Südwestdeutschland
ein unbegrenztes Monopol auf weite
£ntfernungen gehabt. Das war jetzt nicht mehr
der Fall. Von 1850 an, wo der Eisenbahnverkehr
einsetzte, war es um: die beherrschende Stellung
der staatlichen Saarkohlengruben in der Südwestecke
Preußens geschehen. Von diesem Zeitpunkt
an drangen die Ruhrkohlen im Verein mit den
Ddelgischen und französischen Erzeugnissen mehr
und mehr erfolgreich in das alte Monopolabsatzgebiet
der Saargruben ein und ersetzten deren Kohlen
mehr und mehr am Mittel- und Oberrhein, an
der Mosel, in Luxemburg und in Frankreich. Unter
diesen Umständen galt es, auf den natürlichen Verlauf
der Dinge wohl aufzumerken, sich nicht für
verlorene Sachen einzusetzen und zu versuchen, aus
der Beherrschung dieser schwierigen Verhältnisse
möglichsten Ertrag herauszuwirtschaften.
In dieser Zeit des Kampfes um neue Absatzgebiete
und der Umwälzung der Verkehrswege
wuchsen die jungen Neffen des Gründers der Firma
heran, welche die Firma einst übernehmen sollten.
Sie hatten sämtlich ertragswirtschaftliche Neigung
und Begabung. So wie sie in das Alter kamen,
in dem sie sich kaufmännisch betätigen konnten,
zog sie ihr älterer Vetter Karl Schmidborn ins
Geschäft. Theodor Röchling, der am 3. September
1823 geboren war, machte von 1838 ab seine
Lehrzeit bei der Firma Korn und Braun durch.
Dann verbrachte er einige Zeit in französischen
Einfuhrhäusern in Havre. Von 1844 an erhielt er
dann seine weitere Ausbildung in dem Geschäfte
S. Schmidborn und trat 1845 mit 23 Jahren als
Teilhaber in dasselbe ein. Er war ein hochbegabter
Kaufmann und vornehmer Charakter und
hat in der Entwicklung seiner Heimatstadt seines
großen öffentlichen Interesses wegen eine bedeutsame
Rolle gespielt. Als sich die Handelskammer
Saarbrücken unterm 23. Februar 1864 konstituierte,
wählte sie zu ihrem Präsidenten Ferdinand Schlachter
zu St. Johann und zum stellvertretenden Präsidenten
Theodor Röchling aus Saarbrücken, und
als 1875 der erste Vorsitzende starb, folgte ihm
1876 Theodor Röchling. 1882 wurde er abermals
in die Handelskammer gewählt. 1881 wurde er
zum Mitglied des Kuratoriums der Kreissparkasse
Saarbrücken ernannt. Er verheiratete sich am 15
Juni 1852 mit der zwanzigjährigen Mathilde Nöggerath
(geb. den 6. Juli 1832) und hatte mit ihr vier
Kinder, drei Söhne, Paul, Friedrich und Otto, und
eine Tochter Martha. 1849 trat dann auch der
am 6. April 1825 geborene Ernst Christian Röchline