und St. Johann, dem Karl Schmidborn angehörte,
beschloß am 2. Mai 1849, auf städtische Kosten
zwei Abgeordnete nach Köln zu schicken, welche
besonders folgende Forderungen erheben sollten:
sofortige Entlassung des preußischen Ministeriums
Brandenburg-Manteuffel, sofortige Zusammenberufung
der Volksvertretung aufgrund des bestehenden
Wahlgesetzes, Anerkennung der deutschen
Reichsverfassung und Unterwerfung unter die Beschlüsse
der deutschen Nationalversammlung, und
Protesterhebung gegen jede Verwendung preußischer
Truppen oder Geldmittel zur Unterstützung
der Österreichischen Regierung gegen die Ungarn.
Der eine der beiden politischen Abgesandten war
Karl Schmidborn, der andere war Ferdinand
Dietzsch. In Köln kamen förmliche Beschlüsse der
Verordneten zustande, und am 13. Mai 1849 stimmcen
die Stadträte von St. Johann und Saarbrücken
diesen bei. Als 1850 die Städte Saarbrücken und
St. Johann ihre Verwaltung trennten, gehörte Karl
Schmidborn dem „Samtgemeinderat‘‘ an, und als
im Jahre 1854 der Bürgermeister Wagner sein Amt
niederlegte und der zweite Beigeordnete Cromayer
Bürgermeister wurde, wurde Karl Schmidborn Beigeordneter.
Als Cromayer 1862 aus dem Amte
schied, wurde Karl Schmidborn Bürgermeister, und
zwar Ehrenbürgermeister von Saarbrücken. Als
1865 die Befürchtung das Saargebiet beherrschte,
Preußen wolle den Saarkohlenbergbau an die französische
Krone abtreten, sandte er am 2. April 1865
im Namen seiner Stadt eine Immediateingabe an
den König, um diesen zu einer Erklärung zu veranlassen,
daß er das nicht tun werde. Als darauf
keine Antwort erfolgte, wurde die Sache im Stadtrat
abermals zur Sprache gebracht. Ein nochmaliges
amtliches Vorgehen brachte aber Schmidborn durch
die Erklärung zum Scheitern, daß bei der Erfolg.
losigkeit der bisherigen Schritte keine Aussicht sei,
eine bestimmte Antwort zu erreichen. Auch im
deutsch-französischen Kriege von 1870/71 spielte er
als Bürgermeister von Saarbrücken eine Rolle.
Karl Schmidborns erste‘ Aufgabe in Saarbrücken
war keine erfreuliche. Mühsam sammelte
er die Ueberreste der früheren großen Kundschaft,
und umsichtig machte er sich daran, durch eine
groß angelegte kaufmännische Organisation den Absatz
der Saarkohlen über ihr damaliges Absatzgebiet
hinaus auszudehnen. Der preußische Saarkohlenbergbau
dankt ihm einen wesentlichen Teil
der Ausdehnung seiner damaligen Förderung.
Namentlich wurde die Kohlenversorgung der Stadt
Metz, die Versorgung der weiteren Umgegend von
Diedenhofen aus und das Geschäft die Mosel hinauf
über Metz stark erweitert. Jetzt wurde der Absatz
nach der Haute-Marne zu einem dauernden Vertriebszweige.
Sodann kam neu ein regelrechter Absatz
die Mosel hinunter bis in die Umgegend von
Koblenz hinzu, nach Neudorf, ja selbst den Rhein
und den Main aufwärts nach Frankfurt, wo die
Imperial Continental Gasgesellschaft Frankfurt
a. M. ein Kunde der Firma C. Schmidborn wurde.
Mit dem Jahre 1849 trat die Eisenbahn in
das Saargebiet ein und erweiterte mit einem Schlage
die Absatzmöglichkeit für Saarkohle. 1849 wurde
die Pfälzische Ludwigsbahn (Ludwigshafen-Bexbach)
eröffnet. Ihr folgte 1851 die Strecke Nancy-Metz-Forbach
der französischen Ostbahn von Paris
nach Straßburg. So traten in Bexbach und Forbach
zwei Bahnen dicht an das engere Saargebiet heran.
Auf Kosten des preußischen Staates wurde die Verbindungsstrecke
Forbach-Bexbach gebaut. Am ı5