Ufer nach und nach durch Anschütten und Ansäen
ertragsfähig machen. Dadurch wuchs seit dem
Jahre 1847 das Grundstück wieder um 3 Ruten und
30 Flächenfuß. Diese Mühe kam später seinen
Erben zugute. Der Bau des Saarkanals wurde für
das Haus -Röchling nachmals die Gelegenheit, das
Wiesengelände, das Dr. Christian Röchling durch
pflegliche Behandlung des Saarufers gewonnen
hatte, zu verwerten. Am 1ıo. Juni 1868 kaufte die
Königliche Regierung zu Trier von den Erben des
Dr. Christian Röchling, nämlich Frau Witwe. Char-'otte
Röchling, geborene Wagner, Rentnerin zu
Saarbrücken, Herrn Theodor Röchling, Kaufmann
zu Saarbrücken, Herrn Ernst Röchling, Kaufmann
zu Ludwigshafen, Herrn Karl Röchling, Kaufmann
zu Saarbrücken und Herrn Fritz Röchling, Kaufmann
daselbst, zur Kanalisierung der Saar für 157
Taler, 7 Silbergroschen 6 Pfennigen aus zwei Wiesenstücken
Flächen, nämlich „am Kanal‘* St. Arnualer
Bannes zwischen der Stiftsverwaltung und
Moritz Simon einen Streifen an der Saar und einen
ebensolchen daselbst zwischen Erben Traugott Har-‘ung
und Witwe Georg Schmidborn.!) Die Ackergrundstücke,
welche jährlich etwa ı70 Taler Pacht
trugen, wurden seit Christian Röchlings Tode unter
dem Namen von „Dr. Röchlings Erben‘‘ weiter
verwaltet, wie der Pachtschein sagt. Zunächst besorgte
Theodor Röchling, später Fritz Röchling die
Pachtgeschäfte. Schließlich zeichnete die Firma
Gebr. Röchling für sie.
Ueber seinen Grundbesitz hinaus erwarb sich
Dr. Röchling ein ansehnliches Barvermögen, das
nachmals seinen vier Söhnen, welche sich dem
Kaufmannsstande widmeten, die Grundlage für die
rasche Entwicklung des Geschäfts ihres Oheims
wurde. Dabei war er freigebig für wohltätige
Zwecke. 1882 schenkte er der Prinz-Wilhelm- und
Mariannenanstalt, einem Saarbrücker Verein zur
Verhütung der Verarmung, 1659 Mark. Noch in
seinem letzten Willen bedachte er das Bürgerhospital
zu Saarbrücken mit einer Spende, und Beine
Witwe feierte, als er am 28. April 1855 die Augen
geschlossen hatte, sein Andenken durch Wohltätigkeit.
Am 4. Mai 1855 lief bei der Kasse des
Bürgerhospitals zu Saarbrücken „ein Geschenk von
500 Talern des verstorbenen Kreisphysikus und
Hospitalarztes Geheimrats Dr. Röchling‘“ ein. Und
unterm 3. Mai 1855 schenkte „Frau Geheimrätin
Röchling‘“ der Kasse des Frauenvereins 100 Taler
und dem Prinz-Wilhelm- und Mariannen-Institute
dieselbe Summe.
1) Der Kaufvertrag ist außer von den vier Brüdern
auch von ihrer Mutter unterzeichnet und zwar
mit We. Dr. Röchling